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Straußeneipokal in Gestalt eines Straußen
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Straußeneipokal in Gestalt eines Straußen

Geyer, Elias (um 1560-1634)|Goldschmied

Leipzig, um 1589-1595 Grünes Gewölbe

Inventarnummer

III 115

Material und Technik

Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, punziert, graviert, Straußenei, poliert

Maße

H 46,3 cm, B 36,0 cm, Fuß 18,4 x 13,9 cm; Gewicht: 2478 g

Objektbezeichnung

Straußeneipokal

Kommentar

Mehr als zwei Dutzend Werke des Goldschmieds Elias Geyer gehören zum Bestand des Grünen Gewölbes, womit in Dresden fast das gesamte erhaltene Oeuvre dieser eigenwilligen Künstl…weiterlesen

Reproduktionsrechte

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Kommentar

Mehr als zwei Dutzend Werke des Goldschmieds Elias Geyer gehören zum Bestand des Grünen Gewölbes, womit in Dresden fast das gesamte erhaltene Oeuvre dieser eigenwilligen Künstlerpersönlichkeit versammelt ist. Bei der Vermittlung dürfte der ebenfalls in Leipzig ansässige Händler Veit Böttiger eine Rolle gespielt haben, über den viele Arbeiten Geyers Eingang in die Dresdner Kunstkammer gefunden haben. Jene lassen eine besondere Vorliebe für exotische Materialien sowie Nephrit erkennen: neben Straußeneiern verwendete Geyer auch Konchilien, Kokosnüsse und Perlmutter. Von den bereits im Kunstkammerinventar von 1595 aufgeführten sieben Straußeneipokalen sind heute noch fünf Exemplare erhalten. Als Gruppe arrangiert bilden sie ein einzigartiges und höchst lebendiges Ensemble. Ob die hoch gewachsenen Vögel, deren Köpfe abnehmbar sind, auch als Trinkspiele dienten, bleibt fraglich, da die Gefäßkörper zwischen Montierung und Ei wohl kaum dichtgehalten haben. Die Vorstellung, dass dem Trinker beim Anheben des Pokals die Flügel ins Gesicht schlugen und er zudem Mühe hatte, die schubweise durch den engen Hals entweichende Flüssigkeit zu sich zu nehmen, entspricht allerdings durchaus dem etwas skurrilen Humor jener Zeit. Die vielfältigen Bedeutungen des Straußes dürften einem gebildeten Betrachter damals bestimmt geläufig gewesen sein. Als angeblich eisenfressender Vogel wurde er häufig mit Hufeisen im Schnabel dargestellt und galt seit der Antike als Sinnbild für die Fähigkeit, selbst aus Widrigkeiten noch Nutzen zu ziehen. In der christlichen Ikonographie indes galt der Strauß als Symbol der Unbefleckten Empfängnis, da er seine im Sand vergrabenen Eier angeblich von der Sonne ausbrüten lässt.