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Mohr mit Smaragdstufe
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Mohr mit Smaragdstufe

Permoser, Balthasar (1651-1732)|BildhauerKrüger, Wilhelm|BildhauerDinglinger, Johann Melchior (1664-1731)|Juwelier

Smaragdstufe: Geschenk von 1581; Juwelier- und bildhauerische Arbeiten: wohl 1724 Grünes Gewölbe

Inventarnummer

VIII 303

Material und Technik

Birnbaumholz, lackiert, Silber, vergoldet, Smaragde, Rubine, Saphire, Topase, Granaten, Almandin, Schildpatt, Smaragdstufe

Maße

63,8 x 29,0 x 31,0 cm; H ohne Krone ca. 58 cm;

Objektbezeichnung

Kabinettstück

Kommentar

Die Statuette wäre ohne die barocke Innenraumgestaltung des Grünen Gewölbes zwischen 1723 und 1724 nicht entstanden, denn sie verdankt ihre Existenz dem Wunsch Augusts des Stark…weiterlesen

Reproduktionsrechte

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Kommentar

Die Statuette wäre ohne die barocke Innenraumgestaltung des Grünen Gewölbes zwischen 1723 und 1724 nicht entstanden, denn sie verdankt ihre Existenz dem Wunsch Augusts des Starken, eine Kostbarkeit seiner Kunstkammer im neuen Schatzkammermuseum aufzustellen. Es handelte sich dabei um einen 1581 als Geschenk des Kaisers Rudolfs II. an Kurfürst August gelangten, mit sechzehn zum Teil sehr großen Smaragdkristallen besetzte Brocken aus limonitischem Gestein. Die dunkelgrünen Edelsteine stammen aus der wenige Jahre zuvor erschlossenen Smaragdmine in Chivor-Somondoco (Kolumbien). Auf Geheiß Kurfürst Augusts sollte dieses „Naturwunder“ beim „Chur-Fürstl: Hauße und Stamme, zum ewigen Gedächtnüß“ bewahrt werden. Balthasar Permoser schuf für das seit 1723 im Ausbau begriffene Schatzkammermuseum das wirklich originellste aller denkbaren Präsentationsmittel, die Skulptur eines "Mohren". Der junge, kraftvolle Mann aus dunkelbraun lackiertem Birnholz, der lässig und geschmeidig einherschreitend auf einem Tablett aus Schildpatt die kolumbianische Smaragdstufe präsentiert, ist kein Bewohner Afrikas, sondern ein Indianer. Zwar sind Gesichtszüge und Hautfarbe die eines Schwarzafrikaners, die ethnologisch exakt dargestellten Körpertätowierungen weisen ihn jedoch ebenso als einen Ureinwohner Floridas aus, wie auch die kostbaren Hals- und Armbänder, der Brustschmuck, die Federkrone, der Lendenschurz und die Fußbekleidung, die nach einem Kupferstich in Dinglingers Werkstatt gestaltet wurden. Ob die beiden reich tätowierten amerikanischen Prinzen, die 1722 als Kriegsgefangene des englischen Kapitäns Pecht nach Dresden kamen, für die Mohrenstatuetten vorbildhaft gewirkt haben, entbehrt der Beweiskraft. Jedoch müssen sie als wahre Exoten bewundert worden sein, denn der Chronist Johann Christian Crell berichtete, dass beide nach nur drei Jahren Unterricht gut sächsisch sprachen und schließlich auch getauft wurden.