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Adler, sitzend und nach rechts blickend
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Adler, sitzend und nach rechts blickend

Kaendler, Johann Joachim (Modellmeister)
Meissen, Juni 1731

Porzellansammlung

Inventarnummer

PE 689

Material und Technik

Porzellan, Reste kalter Bemalung

Maße

H. 85,9 cm, B. 41cm, T. 52,2 cm

Objektbezeichnung

Tierplastik

Kommentar

Der Adler gehört zu den frühesten Porzellanbildwerken Kaendlers und war bestimmt für eine Aufstellung im Japanischen Palais. Indem er den lebensgroßen Vogel nicht als Hoheitssy…weiterlesen

Kommentar

Der Adler gehört zu den frühesten Porzellanbildwerken Kaendlers und war bestimmt für eine Aufstellung im Japanischen Palais. Indem er den lebensgroßen Vogel nicht als Hoheitssymbol in statuarischer Haltung, sondern in natürlicher Bewegung mit einem abgespreizten Flügel darstellte, zeigt sich die hohe Begabung des gelernten Steinbildhauers, den gestalterischen Möglichkeiten des Porzellans bereits zu Beginn seiner Tätigkeit in Meißen gerecht zu werden und seinen Plastiken dynamische Ausdruckskraft zu verleihen. Der majestätische Vogel hockt auf einem mit Blattzweigen und Pilzen bewachsenen Baumstumpf und wendet seinen Kopf nach rechts. Bei anderen Ausformungen ist der Kopf nach links gewandt, so dass eine paarweise Anordnung der Plastiken im Palais möglich ist. Auf den Blättern befinden sich Reste einer Lackfarbenbemalung. Im Manufaktur-Rapport vom Juni 1731 wird berichtet, Kaendler habe »insonderheit einen großen Adler und noch andere Stücke, aus Thon gefertiget, die aber nunmehro in Gips abgeformet und von Porcelain-Massa bereitet worden« (Archiv SPMM: AA I Aa 16, fol. 5r und v). Die Lackfarben wurden teils vollständig, teils bis auf Reste im 19. Jahrhundert entfernt. Von den ursprünglich sieben Adlern besitzt die Porzellansammlung heute noch vier.