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Prunkgefäß in Form einer Nautilusschale
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Prunkgefäß in Form einer Nautilusschale

Heise, Jakob|Bernsteinschnitzer

Königsberg, dat. 1659 Grünes Gewölbe

Inventarnummer

IV 340

Material und Technik

Bernstein verschiedener Varietäten, Elfenbein, Silber, vergoldet; durch einen hölzernen Rundstab sind Fuß und Kuppa miteinander verbunden

Maße

H 34,5 cm, Fuß: 14,5 x 12,0 cm

Objektbezeichnung

Prunkgefäß

Kommentar

Der ausgezeichnete Ruf seines Schöpfers Jacob Heises (gest. 1667) mögen gewichtige Gründe gewesen sein, dass dieses herausragende Meisterwerk Königsberger Bernsteinkunst als di…weiterlesen

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Kommentar

Der ausgezeichnete Ruf seines Schöpfers Jacob Heises (gest. 1667) mögen gewichtige Gründe gewesen sein, dass dieses herausragende Meisterwerk Königsberger Bernsteinkunst als diplomatisches Geschenk ersten Ranges ausgewählt wurde. Es ist urkundlich belegt, dass die Schale als Geschenk Friedrich Wilhelms von Brandenburg für Johann Georg II. von Sachsen bestimmt war. Am 6. Mai 1662 bedankte sich dieser für die überschickten zwei Bären und die Bernsteinschale. Für die Schale stand einerseits die im Meer geborene Form des Nautilus Pate. Anderseits ist sie als Adaption eines im Steinschnitt des frühen 17. Jahrhunderts weit bekannten "muschelförmigen" Gefäßtyps interpretierbar. Der Gefäßkörper wurde aus mehr als 30 verschieden gebogenen, mit winzigen Hochreliefs verzierten, zumeist transparenten Bernsteinplatten mit maritimen Szenen zusammengefügt. Hinzu kamen weibliche und männliche Wunderwesen des Meeres in Gestalt von Karyatiden. Eine profilierte, mehrteilige Leiste aus hellem opakem Bernstein bildet den Schalenrand und endet in einer schwungvollen Volute mit Maskaron. Dort thront Neptun, der Gott der Meere auf einem Ungeheuer mit geschuppter Haut. Jacob Heise hinterließ mit diesem ausführlich signierten Ziergefäß nicht allein ein beeindruckendes Zeugnis seiner künstlerischen Meisterschaft, sondern auch das Beweisstück für die Lokalisierung der Heise-Werkstatt nach Königsberg. Zugleich ist diese Schale für die Zuschreibung weiterer Bernsteinwerke an Jacob Heise und seiner Werkstatt von unschätzbarem Wert.