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Kurschwert / Kurschwert mit Scheide, Messer und Pfriem
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Kurschwert / Kurschwert mit Scheide, Messer und Pfriem

Trunk, Lorenz (vor 1528-1574)|Goldschmied

Nürnberg. 1547. Rüstkammer

Inventarnummer

VI 0375.01

Material und Technik

Klinge zweischneidig, Hohlschliff, Schlagmarke, geätzt, in den Tiefen vergoldet; Gefäß Eisen, ganzer Beschlag Silber, gegossen, ziseliert, teils vergoldet. Scheide Holz, Leder, ganzer Scheidenbeschlag und Griffkappen des Bestecks Silber gegossen, ziseliert, teils geätzt, teils vergoldet.

Maße

Länge 118,6 cm Klinge 96,3 cm Gewicht 1991 g

Objektbezeichnung

Griffwaffe

Kommentar

Das in das Jahr 1547 datierte Prunkschwert des Nürnberger Goldschmieds Lorenz Trunck ist möglicherweise ein Geschenk Kaiser Karls V. an Kurfürst Moritz von Sachsen. Es markiert …weiterlesen

Reproduktionsrechte

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Kommentar

Das in das Jahr 1547 datierte Prunkschwert des Nürnberger Goldschmieds Lorenz Trunck ist möglicherweise ein Geschenk Kaiser Karls V. an Kurfürst Moritz von Sachsen. Es markiert das Jahr, in dem Herzog Moritz von Sachsen durch Kaiser Karl V. in einem öffentlichen Zeremoniell in Augsburg mit dem Kurfürstentum Sachsen und dem Reichserzmarschallamt beliehen wurde. Moritz hatte an der Seite des Kaisers die Niederlage des Schmalkaldischen Bundes mit herbei geführt und so den Ernestinern die Kurwürd abgerungen. In das Belehnungszeremoniell am 24.02.1548in Augsburg war das Schwert nicht einbezogen; der zeitgenössische Bericht erwähnt lediglich das Küssen des Reichsschwertes. Ohne jegliche heraldische Zeichen erhält die Waffe ihre Symbolkraft durch die bildlichen Darstellungen im Silberrelief. Die Hauptmotive sind Herkules, mit dem sich sowohl Karl als auch Moritz identifizierten, und Kakus. Der Hercules-Gruppe am Scheidenbeschlag folgen zum Ort hin die allegorischen Gestalten der Fruchtbarkeit, der Fortuna, des Ehestandes, der Temperentia und der Zeit. Dazwisczhen sind außerdem die Heilige Barbara und ein türkischer Krieger dargestellt. Am Gefäß des Schwertes erscheinen Armaturen, Masken, Festons, und Blattstäbe von Lorbeer. Die Meistermarke des Lorenz Trunck, Meister in Nürnberg 1528, erscheint an den Parierstangen als Brustmedaillon der Karyatiden, am Kreuzband und am mit asabeskem Ätzdekor gezierten Rücken der Scheide. Die beiden Herzen tauschenden Hände am Scheidenbeschlag symbolisieren einen Freundschaftsbund. Die der Bibel entlehnte Inschrift lässt sich als mögliche Botschaft des Kaisers wie als Wahlspruch der Albertiner lesen: "Mein leben vnd endt Steht alles in gotteß hendt Anno Dm MDXLVII/ Wer mit dem schwert ficht. So werden mit dem schwert gericht". Moritz erlag letztlich einer Pistolenkugel, die ihn in der Schlacht bei Sievershausen 1553 in den Rücken traf.