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Frauenoberkleid
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Frauenoberkleid

Um 1630-1635. Oberstoff italienisch. Rüstkammer

Inventarnummer

i. 0047

Material und Technik

Oberstoff: Italienisch; Seidendamast violett; goldbroschiert; Goldborte, Goldposamentenknöpfe; Webkante grün, weiß; Futter: Seide blau und Stengelfasergewebe, am Rückenpolster links dick geschichtet; an den Vorderkanten des Miederteils innen je eine Leiste mit sechs Löchern zum Verschnüren.

Maße

Kleid Brustumfang 60 cm (?) Taillenumfang 56 cm (?) (Das Kleid ist vorne offen, daher ist Brustumfang und Taillenumfang unklar)

Objektbezeichnung

Frauenkleid

Kommentar

Das Frauenoberkleid besteht aus einem prächtigen goldbroschierten violetten Seidendamast, dessen flächenübergreifendes Muster mit rautenartig angeordneten großen und kleinen B…weiterlesen

Reproduktionsrechte

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Weitere Kunstwerke

  Keine


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Das Frauenoberkleid besteht aus einem prächtigen goldbroschierten violetten Seidendamast, dessen flächenübergreifendes Muster mit rautenartig angeordneten großen und kleinen Blütenzweigen persischen Seiden entlehnt ist. Goldborten und Goldposamenten betonen die Fasson des Kleides, die in die 1630er Jahre weist. Den Abmessungen und der Qualität nach gehörte das Kleid einer kleinen, mädchenhaften, Person fürstlichen Standes. Das vorn durchgehend offene Kleid bildete das oberste Gewandstück eines umfänglichen Frauenkleides. Es setzt sich aus einem unter der Brust endenden Miederteil und einem in Falten gelegten, weiten Rock zusammen. Das Oberkleid wurde über einem vorn aufwendig dekorierten, weiten Rock getragen. Die Brust verdeckte dabei ein dreieckiger Latz mit vorstehender Schneppe. Der Brustlatz wurde jeweils seitlich, verdeckt oder sichtbar überkreuz, angeschnürt. Die halblangen, weiten Ärmel des Oberkleides umspielen den Ellenbogen. Der Ärmelschlitz mit vielen Posamentknöpfchen kann geöffnet werden. Die Ärmelweite ist auf die gesondert darunter zu ziehenden langen, gebauschten Ärmel eingerichtet. Zu dem Kleid wurden noch ein Hemd oder Hemdeinsatz, Spitzenkragen und Spitzenmanschetten von feinem, weißen Leinen, bunte Schleifenrosen und preziöser Schmuck angelegt. Kurprinzessin Magdalena Sibylla von Sachsen kommt als einstige Eignerin des Kleides in Betracht. Dem einseitigen Rückenpolster am Kleid zufolge litt die Trägerin an einer Rückgratverkrümmung. Anhaltspunkte für eine solche Behinderung lassen sich aus verschiedenen Bildnissen Magdalena Sibyllas herauslesen.