Obelisk zur Triumpharchitektur

Köhler, Johann Heinrich (1669-1736) - Juwelier
Ort, Datierung
Abmessungen
H 16,5 cm, Sockel: 8,8 x 8,8 x 8,8 cm
Inventarnummer
VI 41
Als Johann Heinrich Köhler im Jahre 1701 Meister der Dresdner Zunft wurde, begann der Aufstieg zu einem der bedeutensten Goldschmiedekünstlers des deutschen Spätbarock. In den in Dresden erhaltenen kurfürstlichen Akten ist sein Name 1716 erstmals zu finden. Doch bereits 1705 findet sich eines seiner wichtigsten Werke in von Pfändern zusammengestellten Listen zur Pretiosensammlung Augusts des Starken. Es handelt sich dabei um ein dreiteiliges Kabinettstück, das aus zwei pyramidenförmigen Obelisken und einer Triumpharchitektur besteht (vgl. auch VI 40 und VI 42). In minuziöser Kleinteiligkeit und juwelierhafter Ausstattungspracht gestaltete Köhler ein Objekt der Schatzkunst, das am Geschmack Augusts des Starken ausgerichtet war. Als Vorbild des Ensembles diente der Triumphgestus der am Dresdner Hof gepflegten Festarchitektur aus vergänglichem Material. Eine große Anzahl wohl im 18. Jahrhundert entstandener Kameen besetzen die Flächen der im Grundriss dreieckigen und die der eigenwilligen Triumpharchitektur. Die mit Kronen versehenen Obelisken werden von je drei Mohrenbüsten gestützt. Dieses Bildthema der afrikanischen Exotik gehörte zu den besonderen Vorlieben Augusts des Starken. Weitere Belege dafür sind die über Jahrzehnte entstandenen „Mohrenstatuetten“ Permosers und Dinglingers, aber auch die Verkleidung des Kurfürst-Königs als dunkelhäutiger „Chef“ der Afrikaner beim festlichen „Karussel der Vier Weltteile“ am 19. Juni 1709 in Dresden. Köhler verstand es, durch die sorgfältige handwerkliche Bearbeitung des Kabinettstücks und dessen Besatz mit formenreichen Kameen die Neugier des fürstlichen Sammlers zu reizen. Im Jahre 1718 erhob August der Starke Johann Heinrich Köhler in den Rang eines Hofjuweliers. Seitdem war Köhler mit der Pflege des Pretiosenschatzes Augusts des Starken befasst und erstellte 1725 das erste Pretioseninventar.
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