Walzenkrug mit Deckel

Ort, Datierung
Abmessungen
H. mit Deckel: 18,8 cm, H. ohne Deckel: 16,8 cm, B. 16,1 cm, T. 11,8 cm, D. Fuß: 11,8 cm
Inventarnummer
PE 2365 a, b
In der Leipziger Zeitung vom 4. Mai 1710 wurden zur Ostermesse "Tisch-Krüge" angekündigt. Diese einfachen Bierhumpen oder auch Walzenkrüge wurde seit langem aus den verschiedensten Materialien hergestellt. Der Krug war ein vielgebrauchtes Gefäß und die Herstellungsweise den Töpfern vertraut. So konnte auch an dieser Form das neue Material der gerade gegründeten Porzellan-Manufaktur in Meissen ausprobiert werden.

Böttgersteinzeug wurde schon im Mai 1710 "eckigt und facet geschliffen" zum Kauf angeboten. Die Facettierung erfolgte durch ein großes Schleifrad. Ab 1711 kommt dafür der Ausdruck "gemuschelt" in den Akten vor, was synonym für geschliffen oder facettiert steht. Erstmals übertrug man in so vollendeter Perfektion die mechanische Veredelung von Edelsteinen und Glas auf die Keramik. Auch deshalb wurde das so bearbeitete Steinzeug, wegen seiner Härte und seines Aussehens, wie der gleichnamige Edelstein als „Jaspisporcellain“ bezeichnet.

Die Wandung und der Deckel des einen "Tisch-Kruges" sind facettenartig geschliffen und reflektieren auf interessante Weise das auffallende Licht. Eine Verbindung beider Teile war vorgesehen. Darauf weisen die im Henkel und Deckel vorbereiteten Löcher, welche die Montierung halten sollten. (Anette Loesch 2011)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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