Plastik: Budai mit Teegeschirr

Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H. 10,0 cm, B. 9,2 cm, T. 8,3 cm, B. Fuß: 9,1 cm, T. Fuß: 7,9 cm
Inventarnummer
PE 2181
Die sitzende Figur stellt den buddhistischen Bodhisattva Budai dar. Der dickbäuchige, kahlköpfige, lachende Mann in locker übergeworfener Mönchskleidung wurde im chinesischen Volksglauben als Glücksgott verehrt. Im Inventar der königlichen Sammlung wurden die Meissener Budai-Figuren als „Pagoden, so zum Räuchern dienen“ eingetragen. „Pagode“ bezeichnete im damaligen Sprachgebrauch mit durchaus abfälligem Unterton sowohl „heidnische“ Tempel in China und Indien als auch die darin verehrten Götterfiguren. Auf religiöse Rituale verweist auch die Funktion der Meissener Figuren als Duftstoffbrenner, wobei der Rauch aus den offenen Mündern der lachenden Budai entweichen sollte.
In der Frühzeit der Meissener Manufaktur wurden zwei unterschiedliche Budai-Modelle sowohl in Steinzeug als auch in Porzellan gefertigt. Während das vermutlich frühere der beiden unmittelbar ein chinesisches Vorbild imitiert (vgl. Inv. Nr. PE 2186), ist bei dieser etwas größeren Variante die plastische Durchbildung des Bauches und der reiche Faltenwurf des Gewands bereits an europäische Darstellungskonventionen angepasst. Die weit aufgerissenen Münder, in den zeitgenössischen Akten auch als „offene Mäuler“ beschrieben, sollten die Götterfiguren der aus europäischer Perspektive Ungläubigen sicher bewusst ins Lächerliche ziehen. Offene Münder kennzeichneten damals in Europa Personen, die sich nicht unter Kontrolle hatten.
Die Meissener Budai-Figuren erfreuten sich großer Beliebtheit. Aus erhaltenen Arbeitsberichten der Former für die Jahre 1722 bis 1728 geht hervor, dass allein in diesem Zeitraum mehr als 1.600 „Pagoden“ in Meissen gefertigt wurden. „Bagoden nebst den dazugehörigen Thee-Geschirren“ werden erstmals im November 1724 ausdrücklich erwähnt, weshalb diese Figur erst in die zweite Hälfte der 1720er Jahre zu datieren ist.
Die Palaisnummer auf der Rückseite weist die Figur als Teil der historischen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. im Japanischen Palais aus. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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