Material und Technik
Abmessungen
8,6 x 6 x 14,5 cm
Inventarnummer
23733 a, b
Fast tausend Jahre lang praktizierten die Han-Völker in China das Abbinden von Mädchenfüßen, um diesen die „ideale“ Gestalt einer Lotus- oder Lilienblüte zu verleihen. Die schmerzhafte Prozedur der Fußdeformation entstand zunächst in Hofkreisen und wurde in anderen Gesellschaftsschichten nachgeahmt. Abgebundene Füße galten als Statussymbol. Die enorme Einschränkung der Bewegungsfreiheit band die Frauen ans Haus. Die „Lilienfüße“ wurden mit aufwendig gearbeiteten Seidenschuhen wie diesen geschmückt. Stickereien symbolischer Bedeutung übermittelten die Wünsche der Hersteller. Zwar wurde bereits im 19. Jahrhundert das Füßeabbinden verboten, einige Familien bewahrten die Tradition jedoch bis in die 1930er Jahre. Die letzte Werkstatt, die Schuhe für „Lilienfüße“ herstellte, schloss 1999.
Sammler dieser Schuhe war der deutsche Konsul Fritz Wendschuch, der von 1913 bis 1917 in Tientsin weilte. Er schenkte dem Museum zahlreiche Kulturzeugnisse, die mit der "Mandarin-Kultur", dem Beamtenwesen im kaiserlichen China, verbunden sind. (P. Martin, 2020)
Kultureller Kontext
Han (Nutzung)
Reproduktion
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