Ein Wesenszug des Grotesken in der Kunst ist die Erfindung von Geschöpfen, die es in der Natur nicht gibt. Das Groteske ist Resultat eines Spiels mit dem wirklich Existierenden, das absurde Erscheinungen hervorbringt, in denen sich verschiedene Kreaturen miteinander mischen. Wesen dieser Art sind die zwei Äffchen mit Hühnerfüßen (Vgl. auch VI 202), die auf wundersame Weise vermenschlicht erscheinen. Der eine ist mit kurzem Umhang, breitem ›Mühlradkragen‹ und kleiner Haube auf dem Kopf bekleidet. Mit der Linken hält er ein vergoldetes Körbchen, in dem sich einst Früchte aus orientalischen Steinen befanden. Als Pendant fungiert der zweite, mit Hemd und Hose verkleidete Affe, der eine Schale mit bunten, steinernen Früchten trägt. Die beiden grotesken Mischwesen lieferte der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler zur Schatzkammer. Das Pretioseninventar des Grünen Gewölbes von 1725 verzeichnet insgesamt 35 Werke »von Köhlern«. Zu diesen zählen 16 Elfenbeinfiguren, die Köhler zwar nicht eigenhändig schnitzte, für die er jedoch kleinteilige Accessoires und meist edelsteinverzierte Sockel schuf.
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