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Ort, Datierung
Westafrika, vor 1900
Abmessungen
17,5 x 22,5 x 22,5 cm
Inventarnummer
MAf 03347
Dieses Objekt ist Teil der Kollektion des Projektes "Provenienz von kolonialzeitlichen Sammlungen aus Togo”: Link der Kollektionsseite.

Der Stuhl oder Hocker wurde aus Holz geschnitzt und blau bemalt. Es handelt sich um einen runden Holzhocker mit 5 leicht verzierten Füßen, der aus einem einzigen Stück Holz hergestellt wurde. Dieses Objekt kann sowohl im häuslichen als auch im rituellen Bereich gesehen werden. Diese Art von Hocker ist überall in Westafrika zu finden. (MVL, Dr. Patrick Effiboley, 23.02.2023)
Adolf Diehl (1870-1943) war einer der erfolgreichsten privaten unabhängigen „Ethnographica-Sammler“. Er war von etwa 1890-1911 in den damals deutschen Kolonialgebieten Togo und Kamerun und dort v.a. als Händler tätig. Aufgrund seiner Tätigkeit in der Handelsgesellschaft Wölber und Brohm mit Niederlassungen an der Küste Togos hatte Diehl Kontakte, über die er sich Objekte aneignen konnte, um diese wiederum gewinnbringend im Deutschen Reich zu verkaufen. Er unternahm v.a. in Süd- und Zentraltogo verschiedene Reisen, u.a. mit dem Kolonisator Valentin von Massow, auf denen er sich Objekte aneignete oder diese von anderen Kolonisatoren, auch bspw. über von Massow, erstand. Er nutzte aber auch koloniale Wirtschaftsnetzwerke, um vermutlich bei Künstler*innen/ Kunsthandwerker*innen in großem Umfang kulturelle Artefakte anfertigen zu lassen, die er deutschen Museen verkaufte. (Brandstetter 2021; Horstmeier 2020; Linden-Museum Stuttgart 2018; Sebald 2014) Gerade bei geheimen/ heiligen Objekten und denen, die ursprünglich wichtigen religiösen oder Führungspersönlichkeiten gehörten, ist es wahrscheinlich, dass diese geraubt oder den Menschen anderweitig gegen ihren Willen entwendet worden sind. Laut Katalogzettel handelt es sich um einen Stuhl der "Haussa", den Diehl 1900 dem Museum verkaufte. Im zugehörigen Aktenstück findet sich neben der Kategorie „Haussahstühle“ noch die Notiz „von Händlerinnen“. Die Hausa waren in vielen Regionen Westafrikas als Händler unterwegs, weswegen nicht alle Objekte, die von Hausa erstanden/ sich angeeignet worden sind, zwingend von Hausa hergestellt worden sind, sondern Hausa Handelsgut aus anderen Regionen war. Die Hausa waren muslimisch. Einige arbeiteten auch als Dolmetscher, Träger oder anderweitig für die Kolonisatoren und waren bei vielen der sogenannten Expeditionen von den Kolonisatoren angestellt. (MVL, Marlena Barnstorf-Brandes, 03.01.2023)
Kultureller Kontext
Haussa (Herstellung)
Reproduktion
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