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Liebesszene zwischen Nereide und Triton mit weiterem Triton

Aspertini, Amico (um 1474/75-1552) - Hersteller Lawrence, Thomas (1769-1830) - Vorbesitzer
Abmessungen
125 x 173 mm (Blatt); 133 x 178 mm (Unterlagekarton)
Inventarnummer
C 37
Schlagworte
Zusammen mit seinem Pendant (Inv. C 36) gelangte diese Zeichnung 1860 als Werk von Lorenzo di Credi in die Dresdner Sammlung. 1873 schlug Émile Louis Galichon den Namen des Jacopo de’ Barbari vor. Erst 1895 dachte Paul J. Kristeller an Aspertini. Charles Loeser verwies auf die von Aspertini gemalten monochromen Grotesken (1508/09) in der Kapelle Sant‘Agostino der Kirche San Frediano in Lucca. Schließlich bestätigte Marzia Faietti die Zuschreibung an Aspertini, indem sie die ikonographische Verbindungen mit den Aktfiguren in Lucca betonte. Die zarten Parallel- und Kreuzschraffuren entsprächen der Phase nach der ersten römischen Reise des Künstlers, damit lassen sich die Zeichnungen mit Blättern Aspertinis im British Museum und in Hamburg in Verbindung bringen (Faietti 1995).

Together with its pendant (inv. C 36), this drawing entered the Dresden collection in 1860 as a work by Lorenzo di Credi. In 1873, Émile Louis Galichon suggested attributing them to Jacopo de’ Barbari. It was not until 1895 that Paul J. Kristeller considered Aspertini as the author. Charles Loeser drew attention to the monochrome grotesques that Aspertini painted for the Sant’Agostino Chapel in the San Frediano Church in Lucca (1508/09). Marzia Faietti finally confirmed the attribution to Aspertini by highlighting the iconographic links to the nude figures in the Lucchese church San Frediano. The delicate cross and parallel hatch-ings correspond with the phase after the artist’s first trip to Rome and relate to sheets by Aspertini in the British Museum, and in Hamburg (Faietti 1995).

(05.08.2022, Silvia Massa)

In Bearbeitung im Rahmen des Katalogisierungsprojekts zu den italienischen Zeichnungen des 16. Jh. (zu den bisher in der Online Collection veröffentlichten Zeichnungen in Kartenansicht)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Rückseite des Unterlagekartons: unten mit Grafitstift "1860" (Erwerbungsjahr), "C 37" und "A. Aspertini", oben rechts "8".
Pierre Rosenberg: Les dessins de la collection Mariette. Écoles italienne et espagnole, 4 Bde, Paris 2019, Bd. 1, S. 52, Nr. I38, Abb. S. 72 (Amico Aspertini; "Les Amours d’un triton et d’une naïade en présence d’un second triton"; mit ausführlichen Angaben zur Provenienz)

An der Wiege der Kunst. Italienische Zeichnungen und Gemälde von Giotto bis Botticelli, Ausst.-Kat. Dresden 2014/15, Kupferstich-Kabinett und Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, mit Bestandsverzeichnissen für das Kupferstich-Kabinett von Lorenza Melli und die Gemäldegalerie Alte Meister von Judith Claus, Andreas Henning und Christoph Schölzel, hg. von Judith Claus und Gudula Metze mit Andreas Henning und Christoph Schölzel, Berlin/München 2014, S. 181, Nr. Z 48 (Bestandsverzeichnis von Lorenza Melli), Abb. S. 181 (Amico Aspertini; "Liebesszene zwischen Nereide und Triton mit weiterem Triton"; gegen 1510)

Furio Rinaldi: Girolamo Genga as a Draftsman, in: Master Drawings, 52 (2014), Heft 1, S. 3–58, S. 5 (Amico Aspertini; erwähnt im Kontext der Luca Signorellis Werkstatt (Girolamo Genga?) zugeschriebenen Zeichnung im Louvre mit demselben Motiv eines Liebespaars, wohl einer gemeinsamen antiken Vorlage)

Michele Danieli: Un Peruginesco in incognito. Amico Aspertini, in: Saggi E Memorie Di Storia Dell'arte, 37 (2013), S. 8–39, S. 27

Valentina Locatelli: Le opere dei maestri italiani nella Gemäldegalerie di Dresda: un itinerario frühromantisch nel pensiero di Giovanni Morelli 2009 (= Dissertation, Università degli Studi di Bergamo, 2008/2009. URL: https://aisberg.unibg.it/bitstream/10446/69/1/tesidLocatelliV.pdf, zuletzt eingesehen am 22.03.2018), S. 223, Anm. 886 (Amico Aspertini; „Nereide, tritone e figura“)

Marzia Faietti und Daniela Scaglietti Kelescian: Amico Aspertini, Modena 1995, S. 260 f, Nr. 46, Abb. S. 261 (Amico Aspertini; "Gli amori di un Tritone ed una Nereide alla presenza di un secondo Tritone"; gegen 1510 (?); mit der früheren Literatur)

Giovanni Morelli: Die Werke italienischer Meister in den Galerien von München, Dresden und Berlin. Ein kritischer Versuch, Leipzig 1880, S. 264 (Jacopo de’ Barbari, nicht Lorenzo di Credi: „Die zwei interessanten Federzeichnungen (Sirenenentführung) [C 36 und C 37], welche dem Lorenzo di Credi zugernuthet sind, wurden bereits von Andern besprochen und ihrem wahren Autor, nämlich dem Venezianer Jacopo de’ Barbari, zurückerstattet. Diese Zeichnungen gehörten einst dem Mariette. Sehr charakteristisch für Jacopo de’ Barbari ist besonders die runde Schädelform der Sirene, der halbgeöffnete Mund, die klotzige Daumenspitze des flötenblasenden Putto“)

Catalogue of the Valuable and Important Collection of Drawings, by the Old Masters, Formerly in the Collection of the Late Sir Thomas Lawrence, P.R.A, and More Recently in the Property of [...] Samuel Woodburn […], Katalog der Auktion bei Christie, Manson & Woods in London, 4. Juni 1860 ff, London 1860 (Lugt Ventes Nr. 25634), S. 27, Nr. 321 (Konvolut von zwei Blättern) (Lorenzo di Credi; „Marine monsters, caressing [...]“)

Catalogue raisonné des différens objets de curiosités dans les sciences et arts, qui composaient le Cabinet de feu M.r Mariette [...], Katalog der Auktion bei Pierre-François Basan in Paris, 15. November 1775 bis 30. Januar 1776, Paris 1775 (Lugt Ventes Nr. 2453), S. 61, Nr. 379 (Lorenzo di Credi; "Six Sujets divers, à la plume & au bistre [...]; vermutlich dieses Blatt zusammen mit Inv.-Nr. C 36 und fünf weiteren Blättern)

Giovanni Morelli: Kunstkritische Studien über italienische Malerei, 3 Bde, Leipzig 1890–1893, Bd. 2 (1891), S. 370, Nr. 22 (Jacopo de’ Barbari, nicht Lorenzo di Credi; „Unter den Venetianern nenne ich vor allen die für den seltenen Meister Jacopo de Barbarj höchst charakteristische Federzeichnung, auf der die Entführung einer Sirene durch einen Tritonen dargestellt ist. Dieses Blatt ging ehemals unter dem Namen des Lorenzo di Credi und gehörte als solche dereinst dem französischen Kunstkenner Mariette. Sehr charakteristisch für Jacopo de Barbarj ist, wie bereits oben bemerkt wurde, die grosse runde Schädelform, der halbgeöffnete Mund, die klobige Daumenspitze.“)

Pierre Jean Mariette (1694–1774), Paris (Lugt 1852) · Auktion Mariette: Paris, François Basan, 15. November 1775 ff., vermutlich Teil von Los Nr. 379 · Charles-Philippe Campion de Tersan (1737–1819), Frankreich/Italien · Moritz von Fries (1777–1826)‚ Wien (Lugt 2903) · Sir Thomas Lawrence (1769–1830), London (Lugt 2445) · Samuel Woodburn (1786–1853), London (keine Marke sichtbar, siehe Lugt 2584) | 1860 erworben auf der Auktion Woodburn: London, Christie, Manson & Woods, 4. Juni 1860 ff., Teil von Los Nr. 321.

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