Provenienzforschung

Ein alle Museen umfassendes Forschungsgebiet an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist die Provenienzrecherche. Im Rahmen des Recherche-, Erfassungs- und Inventurprojekts Daphne erforschen Wissenschaftler die Herkunft von Objekten und bereiten ggf. ihre Restitution an die ehemaligen Eigentümer bzw. deren Erben vor. Systematisch werden die Provenienzen sämtlicher Zugänge seit 1933 untersucht - die SKD nehmen in diesem für die Museen so wichtigen Bereich eine Vorreiterrolle ein.

Rechercheobjekte NS-Kontext

Kunstwerke, bei denen ein Verdacht auf NS-Raubkunst vorliegt, und Fälle, bei denen die rechtmäßigen Eigentümer gesucht werden, sind hier – und außerdem unter www.lostart.de – zu finden.

Bernardo Daddi, Enthauptung der heiligen Reparata, um 1345

Vermisste Werke

Kunstwerke, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges als vermisst oder zerstört gelten, sind hier – und außerdem unter www.lostart.de – zu finden.

Ausschnitt aus: Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1712-1774)

Provenienzmerkmale

Ein wichtiges Arbeitsmittel bei der Recherche ist die Erfassung und Zuordnung von historischen Nummern und Zeichen auf einem Objekt. Einen Überblick über Provenienzmerkmale auf Werken im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden können Sie sich hier verschaffen.

Inventarnummern

Rechercheobjekte mit ungeklärter Herkunft

Ungeklärte Fälle, bei denen die rechtmäßigen Eigentümer bisher nicht ermittelt werden konnten, finden Sie hier.

Porzellanmanufaktur Meissen, Koppchen mit Unterschale, um 1715, Böttgersteinzeug, schwarz glasiert, Bemalung: Kaltmalfarben und Gold, Porzellansammlung Dresden, Inv.-Nr. PE 2630 a/b

Restitution

Hier finden Sie eine Auswahl an Kunstwerken, die ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben wurden.

Martin Schnell (oder Umkreis), Dresden, Kabinettschränkchen, 1. Hälfte 18. Jahrhundert, 63 x 84 x 38 cm, blau-weiß lackiertes Lackmöbel, ehemals Kunstgewerbemuseum Dresden, Inv.-Nr. 49341, restitutiert an Schloss Wilanów bei Warschau

Provenienzforschung befasst sich mit der Geschichte und den Eigentümern der Kunstwerke – vom Atelier des Künstlers bis zum heutigen Platz im Museum. Anhand der Kenntnisse über die Herkunft der Objekte können Museen Geschichten erzählen und neue Aspekte der Rezeption der Kunstwerke erforschen. Dieses spannende Forschungsgebiet umfasst eine ernste politische Dimension ein. Im Rahmen des „Daphne“-Projekts klären die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden die Herkunft ihrer Erwerbungen seit 1933. Denn hier besteht grundsätzlich die Möglichkeit eines „verfolgungsbedingten Entzugs“: Jüdische Bürger mussten ihre Kunstschätze unter Zwang verkaufen oder wurden enteignet. Auch nach 1945 gelangten Kunstwerke unter fragwürdigen Umständen in die Museen, aus enteignetem Adelsbesitz zum Beispiel oder von sogenannten Republikflüchtlingen. Diese Fälle zu erforschen, aufzuklären und Lösungen im Sinne der „Washingtoner Grundsätze“ vorzubereiten, ist eine Aufgabe der Provenienzforschung. Ungeklärte Provenienzen oder Fälle, bei denen die rechtmäßigen Eigentümer von Kunstwerken gesucht werden, sind hier – und außerdem unter www.lostart.de – zu finden.

Nähere Informationen zur Provenienzrecherche finden Sie hier: https://www.skd.museum/forschung/provenienzforschung/

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