Perlmutterbecken

Schmidt, Nicolaus (-1609) | Goldschmied
Das Becken und die dazugehörige Kanne (IV 157) gehören zu den zahlreichen Perlmutterarbeiten, die der sächsische Hof bei dem Leipziger Kaufmann Veit Böttiger erworben hat. Das aus dem fernen Indien importierte Becken besteht aus einem Holzkern, auf den kleine Perlmutterplättchen appliziert sind. Der Nürnberger Nicolaus Schmidt schuf für diese exotische Rarität eine aufwendige Goldschmiedefassung. Ein dreipassiges Profil bezeichnet die für die Kanne vorgesehene Standfläche. In dem furiosen Gießgefäß fügen sich drei Schneckengehäuse des Typus Turbo mamoratus zu einem grotesken Mischwesen. Nicolaus Schmidt, der Geselle bei Wenzel Jamnitzer in Nürnberg gewesen war, ist hier ganz vom manieristisch-naturalistischen Stil seines berühmten Lehrmeisters beeinflusst. Das Inventar der Kunstkammer von 1619 verzeichnet die Garnitur als "1. Silbern vergüldt Handtbecken mit silbern figurenn vnnd Perlenmutter auch eingeschmelzten farbenn, Darzu 1. Gießkandell von dreyen Schnecken". Aus diesem Eintrag geht hervor, dass das Becken ursprünglich mit einer Kaltbemalung verziert war, die, wie eine spätere Notiz berichtet, "in abbeizen weggangen". Farbige Akzentuierungen, die Email vortäuschen sollten, gehören zu den in jener Zeit häufig eingesetzten Kunstgriffen. Reste davon sind an vielen Objekten des Grünen Gewölbes noch vorhanden.
Abmessungen
H 11,0 cm; Dm 56,0 cm
Inventarnummer
IV 248
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