Weibliche Figur mit Lendentuch (Lampetia?)

Dobbermann, Jacob (1682-1745) | Bernsteinschnitzer
Die Statuette einer Frau mit Lendentuch gehört zu den künstlerisch besten, die je aus Bernstein geschnitzt wurden. Einst trug die grazile Schönheit auf ihrem Haupt »eine vergoldete Sonne«, wie noch im Inventar von 1879 zu lesen ist. Dieses Attribut kann die Deutung der Figur, in der man lange die Göttin Diana zu erkennen glaubte, sehr erleichtern. Es könnte Lampetia, die Leuchtende, gemeint sein. Denn in den Metamorphosen des Ovid ist sie als eine der Heliaden (Töchter des Helios und der Clymene) beschrieben, die den Tod ihres ungestümen Bruders Phaeton beklagten. Aus den Rinden der in Pappeln verwandelten trauernden Schwestern rannen Tränen, die erstarrt in der Sonne als Bernsteintropfen niederfielen. Der Schöpfer dieser zierlichen Gestalt war der vor allem als Elfenbeinkünstler bekannt gewordene Jacob Dobbermann, der eine Vorliebe für die Darstellung mythologischer Themen besaß. 1716 in den Dienst des Landgrafen Carl von Hessen in Kassel getreten, blieb er bis zu seinem Tod 1745 »Hofkünstler in Birnstein«. In Kassel (Staatliche Museen, Sammlung für Kunsthandwerk und Plastik) befindet sich Dobbermanns signierte Bernsteingruppe "Chronos und Kybele" und die Statuette der Kleopatra.
Abmessungen
Masse: 164 g; H Figur 12,5 cm, H gesamt 20,1 cm, Postament B 6,8 cm, T 6,3 cm
Inventarnummer
III 94
Reproduktionsrechte
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