Hutschmuck, sog. Reiherstutz (Brillantgarnitur)

Globig, August Gotthelf (vor 1769-nach 1819) - Juwelier
Abmessungen
14,8 x 9,4 cm
Inventarnummer
VIII 26
Der als Reiherstutz bezeichnete Hutschmuck entstand nach 1782. Die ungewöhnliche Hutzier gehörte zu dem 1807 erstmals verpfändeten Brillantschmuck König Friedrich Augusts I. und wurde später in der Brillantgarnitur inventarisiert. Neben der Hutkrempe oder -agraffe mit dem „Dresdner Grünen“ ist sie der zweite Hutschmuck der frühklassizistischen Brillantgarnitur. Die Form des Reiherstutzes ist ausgesprochen originell. Sowohl in seiner Benennung als auch in seiner Form gibt es deutliche Bezüge zu dem bis in die Spätrenaissance zurückreichenden Hutschmuck der Aigrette. Da sich auf seiner Rückseite keine Halterung für den einsteckbaren Federschmuck findet, bezieht sich der Name ausschließlich auf die Form des Schmuckstücks. August Gotthelf Globig fertigte den Reiherstutz als ein künstliches Bündel aus neun schlanken, brillantbesetzten „Federn“, die mit ihren dichten „Kielen“ aus einer bewegt geformten Schleife entspringen. Bis auf den großen Hauptstein in der Mitte der Schleife sind alle Diamanten auf sehr aufwendige Weise à jour gefasst. Fünf Stege mit in der Größe nach oben zunehmenden Brillanten stabilisieren die Federn und schaffen ein funkelndes Gitter. Wie der stilisierte Hutschmuck getragen wurde, ist nicht bekannt. Die Hutmode des späten 18. Jahrhunderts hielt für ein solch prächtiges Schmuckstück durchaus einen geeigneten Hintergrund bereit. Die aus der französischen Mode des Barock überkommenen Dreispitze besaßen im letzten Viertel des Jahrhunderts steife halbkreisförmige Krempen, die hochgewölbt waren und den Hutkopf fast vollständig verdeckten. Mit Hilfe der an den horizontalen Stegen des Reiherstutzes angebrachten Ösen konnte dieser Hutschmuck bequem auf die Krempe genäht werden. Der Reiherstutz der Brillantgarnitur ist das letzte der herrschenden Mode angepasste Schmuckstück der Juwelen der Könige. Nur noch die Knöpfe und einige Hutschnallen der Brillantgarnitur wurden im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts verändert.
Reproduktionsrechte
Wenn Sie Reproduktionsrechte an diesem Objekt erwerben wollen, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Auch interessant

Perlmutterbecken

Schmidt, Nicolaus
Grünes Gewölbe
Perlmutterbecken
Perlmutterbecken
Schmidt, Nicolaus
Grünes Gewölbe

Hutagraffe mit dem "Dresdner Grünen" aus der Brillantgarnitur

Diespach, Franz Michael
Grünes Gewölbe
Hutagraffe mit dem "Dresdner Grünen"  aus der Brillantgarnitur
Hutagraffe mit dem "Dresdner Grünen" aus der Brillantgarnitur
Diespach, Franz Michael
Grünes Gewölbe

Degen mit Scheide (Diamantrosengarnitur)

Globig, Christian August
Grünes Gewölbe
Degen mit Scheide (Diamantrosengarnitur)
Degen mit Scheide (Diamantrosengarnitur)
Globig, Christian August
Grünes Gewölbe
Zum Seitenanfang