Hofdegen mit Scheide (Brillantgarnitur)

Globig, Christian August (vor 1747-1798) - Juwelier
Abmessungen
Degen: L 81,0 cm; Scheide: L 75,5 cm
Inventarnummer
VIII 29
Auch für einen Herrscher des späten 18. Jahrhunderts war der Degen das herausragende Zeichen seiner Tatkraft und seines Adels. Der Hofdegen der Brillantgarnitur war das markanteste Schaustück der männlichen Hofgaderobe. Er lässt keinen Zweifel am Reichtum und an der hohen Stellung seines Trägers aufkommen. Das beim Tragen aus der noblen weißen Seide herausragende Degengefäß ist mit mehr als 2000 Brillanten ausgefasst. Christian August Globig schuf eine wohlproportionierte Prunkwaffe, deren strengliniger Umriss und Binnengliederung den Formvorstellungen des deutschen Frühklassizismus entsprechen. Dies wird besonders am Knauf und am Griff erkennbar, die fast zu einer formalen Einheit verschmelzen. Beide wurden durch vertikale Bänder aus kleinen und mittleren Brillanten gegliedert, die mit Doppelbändern alternieren. Die Hauptbänder bestehen aus Diamanten, deren Größe zur Mitte des jeweiligen Degenelements zunehmen und in einem besonders großen Brillanten enden. Auch die Mitten des Handbügels und der Parierstange sind entsprechend hervorgehoben. Beide Degenelemente laufen jeweils in einem schönen, tropfenförmigen Brillanten aus. Dieses Gestaltungselement taucht auch im gleichzeitig entstandenen Degen der Diamantrosengarnitur auf. Beide Degen folgen bis ins Detail dem gleichen Entwurf. Durch den unterschiedlichen Effekt der Diamantschliffe ergibt sich aber jeweils eine andere Wirkung. Friedrich August wusste nicht nur den repräsentativen, sondern auch den finanziellen Wert der Brillantgarnitur für sein Land einzusetzen. Im Jahr 1807, ein Jahr nach seiner Erhebung zum sächsischen König Friedrich August I., sah sich der Monarch genötigt, fast den gesamten Brillantschmuck als Sicherheit für einen Kredit von 1.400.000 Gulden nach Holland zu verpfänden. 1813 war die Schuld getilgt, doch nach der auch für den sächsischen König verlorenen Völkerschlacht von Leipzig im selben Jahr musste der Juwelenschmuck abermals für sechs Jahre verpfändet werden.
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