Hutagraffe mit dem "Dresdner Grünen" aus der Brillantgarnitur

Diespach, Franz Michael | Juwelier Pallard, Jean Jacques (1701-1776) | Goldschmied
1742 gelang es Kurfürst August III. mit dem „Dresdner Grünen“ Diamanten, einen der kostbarsten und seltensten Edelsteine der Welt in seinen Besitz zu bringen. Er ist ein echtes Wunder der Natur und sein Kaufpreis von 400.000 Talern im wahrsten Sinne sagenhaft. Der „seladongrüne“ Diamant verdankt seine einzigartige Färbung der Tatsache, dass er im Innern der Erde natürlicher Radioaktivität ausgesetzt war. August III. ließ den neuen „Hausdiamanten“ in ein Kleinod des Ordens vom Goldenen Vlies einfügen. Der erste, von Johann Friedrich Dinglinger geschaffene Vliesorden hatte aber nur von 1742 bis 1745 Bestand. Jean Jacques Pallard schuf Anfang des Jahres 1746 ein weitaus glanzvolleres Stück, das damals einer der prächtigsten Schmuckorden gewesen sein muss. Bekrönt wurde er von einem heute noch als einzelnes Schmuckstück vorhanden Coulant (VIII 22). Diesem folgte in der traditionellen dreiteiligen Anordnung das Feuereisen, worin der grüne Diamant als der beherrschende Mittelstein eingesetzt war. Pallards floral gestaltetes Feuereisen wurde 1768 von Franz Michael Diespach unverändert in die heute noch bestehende Hutkrempe übernommen. Nach dem Tod Augusts III. und dessen Sohn Friedrich Christian 1763 wurde der 13-jährige Friedrich August Erbe des Kurfürstentums. Da Sachsen schwer unter den Folgen des Siebenjährigen Krieges litt, wurde ein großer Teil des Brillantschmuckes zur Kreditaufnahme verpfändet. Mit der Herrschaftsübernahme Friedrich Augusts III. wurde eine repräsentative Juwelengarnitur jeodch dringend benötigt. Weil der neue Kurfürst keine Aufnahme in den Orden vom Goldenen Vlies fand, ließ er das kostbare Ordenskleinod und andere Stücke zerbrechen. 1769 wurde Friedrich August III. dann eine „Reiche Brill. Hut-Agraff“ geliefert. Diese Hutzier mit dem „Dresdner Grünen“ vereint die Formensprache des Rokoko mit der des Frühklassizismus. 1769 war damit ein neues Schmuckstück entstanden, das sich bewusst die Schönheit eines ursprünglichen Ordenskleinods zunutze machte.
Abmessungen
H 14,1 cm, B 5,0 cm
Inventarnummer
VIII 30
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