Ort, Datierung
Abmessungen
H 23,3 cm, B 8,0 cm
Inventarnummer
VIII 24
Über fast vier Jahrzehnte ließ August der Starke für seine königliche Repräsentation, natürlich aber auch für sein persönliches Vergnügen, zehn Juwelengarnituren anfertigen. Unter dem Begriff Garnitur verstand man ein Ensemble von materiell wie stilistisch zusammengehörenden Schmuckstücken. Nur zwei Juwelengarnituren Augusts des Starken besaßen eine Aigrette. Dazu gehört die Achatgarnitur, deren originelle und phantasievolle „Egrette von Gold auf dem Huth“ aus der Hand Johann Melchior Dinglingers stammte. Eine Aigrette war eine spezifische deutsche Hutzier, die ihren Ursprung im Renaissanceschmuck hatte. Es handelt sich dabei um eine hoch aufragende Hutdekoration, die durch effektvoll eingefügte Reiherfedern außerordentlich dekorativ wirkte. Zur Befestigung am Hut diente der mit rot folierten großen Diamanten geschmückte untere Bügel, der mit der Hutkrempe des damals noch modischen Dreispitz verbunden wurde. In der Mitte des Bügels sitz als Hauptstein des Schmuckstücks eine übereck gestellte, exakt facettierte Diamanttafel. Die über dem Bügel angebrachte Platte schmückt ein kronenähnlich zusammengesetztes Diamantbukett. Verborgen hinter der Platte befindet sich die Hülse, in welche die Reiherfedern eingesteckt werden konnten. Aus dem Bukett entspringen leicht gebogene Goldfedern, die entweder etwas breiter und mit Diamantrosen besetzt, oder schmal und durch zarte Gravuren verziert waren. Zusammen mit den in der Bewegung wogenden Vogelfedern müssen die majestätisch den Hut überragenden Gold- und Diamantfedern eine ausgesprochen dekorative Wirkung gehabt haben. Für die Fürsten des Spätbarock war der kostbare Hutschmuck von besonderer Bedeutung. Im Zeremoniell war es allein dem Fürsten erlaubt, seinen Hut aufzubehalten. Der Hutschmuck ersetzte gewissermaßen den Juwelenschmuck einer Krone, die damals nur noch beim einmaligen Vorgang der Krönung auf das Haupt gesetzt wurde.
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