Pokal als Daphne mit Korallenzinken

Jamnitzer, Abraham (1555-1600) | Silberschmied Jamnitzer, Wenzel (1508-1585) | Entwurf
Schon im Schatzkammerinventar von 1586/87 ist dieses Werk verzeichnet als "1 Silbern brust bilt von einer Jungfrau, mit einem großen gewechß von Corallen Zincken ..." . Sicherlich war das skurrile Objekt nie einer praktischen Verwendung zugedacht, auch wenn sich der Oberkörper der Nymphe in Gürtelhöhe abnehmen und der hohle untere Teil prinzipiell als Gefäß verwenden ließe. Die Statuette ist vielmehr als eine künstlerisch wie intellektuell anspruchsvolle Goldschmiedeplastik aufzufassen. Sie erzählt die von dem antiken Dichter Ovid niedergeschriebene Geschichte der Nymphe Daphne, die sich - um den Annäherungen des Gottes Apoll zu entfliehen - in einen Lorbeerbaum verwandelte. Zur Veranschaulichung der wundersamen Metamorphose dient ein Korallenzinken, dessen Form den Verästelungen eines Baumes entspricht. Das von Menschenhand geschaffene Kunstwerk verbindet sich so auf ideale Weise mit der seltenen Naturalie. Wie die Goldschmiedemarken verraten, handelt es sich um ein Werk Abraham Jamnitzers, Sohn des großen Nürnberger Goldschmieds Wenzel Jamnitzer, der 1580 Meister wurde. Bis ins Detail wiederholte er mit der Daphne eine Statuette, die sein Vater zwischen 1569 und 1576 geschaffen hatte und sich heute im Musée national de la Renaissance in Ecouen befindet. Möglich war dies mit Hilfe der Gussformen, die in der väterlichen Werkstatt erhalten blieben.
Abmessungen
H. 64,6 cm
Inventarnummer
IV 260
Reproduktionsrechte
Wenn Sie Reproduktionsrechte an diesem Objekt erwerben wollen, nehmen Sie bitte hier mit uns Kontakt auf.
Feedback
Wenn Sie zusätzliche Informationen zu diesem Objekt haben oder einen Fehler entdeckt haben, dann schreiben Sie uns: Anmerkung verfassen
Auch interessant

Perlmutterbecken

Schmidt, Nicolaus

Perlmutterbecken
Perlmutterbecken Schmidt, Nicolaus
Deckelpokal in Form eines Schlösschens
Deckelpokal in Form eines Schlösschens Mond, Georg
Zum Seitenanfang