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Der Tote aus "Der Mord in der Elbe"

Reinhardt, Gottfried (1935-2013) - Puppenspieler
Schenkung Gottfried Reinhardt, 2010
Der gelernte Architekt Gottfried Reinhardt, Jahrgang 1935, hat als Bühnenbilder für das DEFA-Studio für Trickfilme in Dresden, für verschiedene sächsische Stadttheater sowie freischaffend gearbeitet, bevor er 1972 das Puppenspiel für sich entdeckte. Nach ersten Versuchen mit Marionetten konzentrierte er sich auf das Spiel mit Handpuppen. In der eigenen Puppenbühne lagen alle Teile des Inszenierungsprozesses vom Bühnenbild über die Handpuppen, die Bühnentechnik, den Text, die Regie und das Spiel in seiner Hand. Gottfried Reinhardt bewegte sich mit seinen kritischen Texten außerhalb der offiziellen Kultur-Szene der DDR. Da man ihm eine Zulassung als Berufspuppenspieler verweigerte – erst spät erhielt er eine Einstufung als „Volkskünstler“, d. h. nur für den unprofessionellen Spielbetrieb – gab er die meisten seiner Aufführungen in privatem Rahmen, in Wohnzimmern und Künstlerateliers. Als Themen für seine gesellschafts- und staatskritischen Spiele wählte er griechische Tragödien, Stoffe des Musiktheaters und auch reine Eigenschöpfungen. Einige Jahre wirkte Gottfried Reinhardt als Atelierleiter am Staatlichen Puppentheater Dresden (ab 1990 Puppentheater der Stadt Dresden) sowie ehrenamtlich als Diakon in der russisch-orthodoxen Kirche in Dresden. Auch als Maler und Grafiker hat sich Gottfried Reinhardt einen Namen gemacht. Nachdem er aus gesundheitlichen Gründen den Spielbetrieb einstellen musste, schenkte er der Puppentheatersammlung einen großen Teil seines Fundus sowie zahlreiche Entwürfe zu Theater- und Puppentheaterinszenierungen. Gottfried Reinhardt starb am 23. Juni 2013 in Dresden.
Gottfried Reinhardt: Ihr aber denkt daran, daß jeder Mensch zum Rätsel werden kann. Puppentheaterstücke, Radebeul 2008.

Paul Kaiser und Claudia Petzold: Wenn die Puppen Gerichtstag halten. Philantrop, Bohemien, Puppenspieler: Gottfried Reinhardt galt in der ostdeutschen Subkultur als lebende Legende, in: Paul Kaiser, Claudia Petzold, Steffen Damm und Dagmar Boeck (Hg.): Boheme und Diktatur in der DDR. Gruppen, Konflike, Quartiere. 1970 - 1989. Katalog zur Ausstellung des Deutschen Historischen Museums vom 4. September bis 16. Dezember 1997, Berlin 1997, S. 170-175.
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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