Lüneburger Spiegel in epitaphförmigem Prunkrahmen

Meier, Luleff - Goldschmied Utermarke, Dirich (um 1565-1649) - Goldschmied
Abmessungen
H 115,0 cm, B 85,0 cm, T ca.13,0 cm; Amelierung: H 14,5 cm, B 11cm
Inventarnummer
IV 110
Inhalt des komplexen Bildprogramms ist der Traum des babylonischen Königs Nebukadnezar aus dem Buch Daniel im Alten Testament. In der Deutung des Traums durch den Propheten wird der Untergang der vier weltlichen Monarchien Assyrien, Persien, Griechenland und Rom und die Aufrichtung des ewigen Gottesreiches vorausgesagt. Auf dem Deckel des Spiegels findet sich daher als zentrale allegorische Darstellung die auf Wolken thronende Verkörperung der göttlichen Wahrheit, die mit ihrer Posaune das Jüngste Gericht ankündigt. Das Spiegelfeld rahmen zwei stehende Krieger im Harnisch: Alexander der Große als Vertreter des griechischen und Julius Cäsar als Vertreter des römischen Weltreiches (linke und rechte Nische). Bei den beiden reitenden Kriegern in der darüberliegenden Zone handelt es sich um Nimrodt für Assyrien und Cyrus für Persien. Unterhalb des Spiegels befindet sich eine Allegorie der Guten Regierung, symbolisiert durch die thronende Gestalt, die von Personifikationen der Tugenden umringt wird. Die Szene in der unteren Spitze des Spiegelrahmens schließlich führt mit dem Urteil des Paris exemplarisch die Folgen einer falschen politischen Entscheidung vor Augen.
Die zwölf Medaillons im oberen Bereich des Spiegels zeigen die Wappen der europäischen Königreiche, das darüberliegende kreisförmige Medaillon den doppelköpfigen Adler mit den Wappen der Reichsstände als Symbol des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Der Auftraggeber des von dem Goldschmiedegesellen Dirich Utermarke für den Lüneburger Goldschmied, Juwelenhändler und Spiegelmacher Luleff Meier geschaffenen Meisterwerks ist nicht bekannt. Erst 1601, also rund zehn Jahre nach seiner Fertigstellung, wurde es von Sophia, der Witwe Kurfürst Christians I., zum Preis von 1.450 Gulden erworben. Ihre Verfügung, den Spiegel "in dero geliebter söhne kunst cammer" zu bringen, mag von jenen als Botschaft verstanden worden sein, dass nur in enger Beziehung zum Kaiser der Frieden aufrechtzuerhalten sei.
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