Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer III 200
Wie zahlreiche andere Goldschmiedearbeiten gelangte auch der Nürnberger Nautiluspokal in Gestalt eines Pfaus im Sommer 1724 aus der Dresdner Kunstkammer in die Werkstatt Köhlers, um dort für die geplante Aufstellung im Grünen Gewölbe vorbereitet zu werden. In seiner Rechnungsaufstellung vermerkte er dazu: »Ein Pfau der Leib von einer Schnecke, der Kopff, Flügel, Schwantz und Füße von verguldten Silber, an dem Schwantz seynd 2. neue silberverguldte Schiengen gemacht worden, stehet auf einen runden Postement von verguldten Silber, ist vor repariren, färben und mit bunden Farben einzulaßen: 5 rtl«. Bereits im Inventar der Kunstkammer von 1640 scheint sich der Pfau in einem recht desolaten Zustand befunden zu haben, denn ein Flügel war abgebrochen. Notwendig war darüber hinaus wohl eine neue Montierung des fragilen Nautilusgehäuses, für die Köhler zwei Spangen angefertigt hat. Da die Goldschmiedearbeit auch spätere Restaurierungen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erfahren hat, ist es nicht ganz einfach, Köhlers Anteil auszumachen. Er betraf mit großer Wahrscheinlichkeit die schmale senkrechte Schiene auf der rechten Seite des Pfaus (ein Nachguss der gegenüberliegenden Schiene) sowie den unteren, mit Bandelwerk verzierten Teil der Heckschiene. Inwieweit die mehrschichtige, heute noch großflächig vorhandene Farbfassung des Pfauenrads sowie der Hals- und Kopfpartie in das Jahr 1724 zu datieren ist und eventuell auch noch Reste der im Inventar von 1640 bereits erwähnten Bemalung umfasst, lässt sich nicht sagen. Den damals durchgeführten Maßnahmen am Kunstkammerbestand ist nicht selten anzumerken, dass Köhler sie in großer Zeitnot und unter Mitwirkung von acht Gehilfen durchführen musste – ein Umstand, den er selbst beklagte und dem die sehr unterschiedliche Qualität der Eingriffe geschuldet ist. (UW)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Meistermarke: PW ligiert im Kreis (Nürnberger Goldschmiedekunst 2007, Nr. 961)
Beschaumarke: N im Kreis (Nürnberger Goldschmiedekunst 2007, Nr. 11 für 1593/94-1602)
Die Marken befinden sich an der Hohlkehle des Fußes, die Meistermarke zudem an der Zarge des Kopfes (dort leicht verschlagen).
Punzierung an der Hohlkehle des Fußes: No 43 4. M. 3 l 1 q
Punzierung auf der Fußunterseite: No 43
Der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler. Dinglingers schärfster Konkurrent, Ausst.-Kat. bearb. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Ulrike Weinhold, Susanne Thürigen und Marion Ackermann, Dresden 2019, S. 92f, Nr. Kat-Nr. 1, Abb. ja
Reproduktion
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