Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H 13,7 cm, B 11,3 cm, T 2 cm; Gewicht: 181 g
Inventarnummer
III 36
Das Porträt zeigt den vierzigjährigen Zaren als aufgeschlossenen und jugendlich wirkenden Mann mit individuellen Gesichtszügen. Mit großer Wahrscheinlichkeit geht das Bildnis auf den Aufenthalt Zar Peters I. in Dresden vom 17. bis 25. November 1712 zurück, während dem jener auf seinen eigenen Wunsch hin im Haus Johann Melchior Dinglingers logierte. Die Vermutung liegt nahe, dass der Hofemailleur Georg Friedrich Dinglinger den Aufenthalt des Zaren im Haus seines Bruders zum Anlass nahm, ein Porträt des hohen Besuchers anzufertigen. Dabei dürfte es sich um eine Zeichnung gehandelt haben, die dann als Grundlage für den komplizierten und langwierigen Brennvorgang diente. Das Medaillon, das den noch jugendlichen Monarchen in fast schon privater Weise wiedergibt, verbindet die Intimität einer Pretiose mit dem Repräsentationsanspruch eines offiziellen Staatsporträts. Mit seinem außergewöhnlich großen Format setzt es sich deutlich von den miniaturhaften Bildnissen ab, die damals in großer Zahl entstanden und als diplomatische Geschenke oder Freundschaftsgaben dienten. Das Zarenporträt galt als besondere Rarität, als es zusammen mit fünf weiteren „emaillirte[n] Stück[n] so vor wegen Ihrer größe und arbeit die man niemahls gesehen hat“ am 6. Februar 1714 zum Preis von 500 Talern in den Besitz des Königs gelangte. Sicherlich waren der mit Rubinen besetzte Rahmen und die im Pretioseninventar von 1725 erwähnte, heute aber fehlende Bekrönung zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhanden. Die „silbern[...] vergoldte[n] durchbrochene[n] Zierrath[en]", über demselben, ein mit Rubingen besezte Kayser Crone, unter welcher der Ritter St. George schwarz gestochen, in einen flach silbern vergoldten Felde“ dürften von August dem Starken zur Nobilitierung des Stückes in Auftrag gegeben worden sein. Nur so erklärt es sich, dass das mit einem schlichten Rahmen eingefasste Porträt des Zarewitsch später zum gleichen Preis den Besitzer wechselte.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
signiert von Georg Friedrich Dinglinger, datiert 1712
"GFD. fec: Dresden.1712"
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