Abmessungen
H gesamt 75,7 cm, B 13,5 cm, T 13,6 cm; H Jupitergruppe 17,0 cm
Inventarnummer
II 340
Eine lavierte Federzeichnung mit Jupiter auf dem Adler, die wohl von dem seit 1620 als Hofmaler in Dresden tätigen Kilian Fabritius (um 1585–1633) stammt (SKD, Kupferstich-Kabinett, Inv.-Nr. 1962-103), muss Balthasar Permoser nicht zwingend als Vorlage genutzt haben, doch die Möglichkeit besteht, da die Zeichnung in Abmaßen wie raumgreifender Komposition dem Elfenbeinwerk sehr verwandt ist. Das aus kostbarsten Materialien geschaffene Schatzkunstwerk bezieht sich auf Säulenmonumente, die im zweiten und dritten Jahrhundert n. Chr. in germanischen Provinzen Roms aufgestellt wurden und dem ›Jupiter Optimus Maximus‹, dem Besten und Größten, geweiht waren. Das Wissen um die Bedeutung dieser Kultmale hat das Schatzkunststück mit Jupiter auf dem Adler inspiriert. Es sollte ebenfalls als Zeichen siegreicher Herrschaft und Majestät über ein neu hinzugewonnenes Territorium rezipiert werden. Vor diesem ikonographischen Hintergrund liefert die Wahl Kurfürst Friedrich Augusts I. von Sachsen zum König von Polen-Litauen im Jahr 1697 den terminus a quo für die Entstehung des Werkes. Die Silberreliefs auf der Säulenbasis zeigen Szenen aus der antiken Mythologie. Sie stammen von dem renommierten Augsburger Goldschmied Johann Andreas Thelot. Auf die exklusive Kombination von Schildpatt und Silber, ergänzt durch Farbfassungen in leuchtendem Hellgrün und dekorativ platzierte Elfenbeinfiguren war eine in Augsburg um 1700 arbeitende Werkstatt spezialisiert. Für deren Stil stehen exemplarisch (neben der Säule im Grünen Gewölbe) zwei große Prunkuhren, die eine in Kopenhagen (Königliche Sammlungen Schloss Rosenborg) und die andere in Braunschweig (Herzog Anton Ulrich-Museum). Ganz offenbar ließ Permoser die Säule (nach seinen Vorstellungen) in Augsburg anfertigen und bekrönte sie schließlich in Dresden durch seine Elfenbeingruppe. Wie die Jupitersäule in den Besitz des Grafen Heinrich von Brühl gelangte, ist nicht rekonstruierbar. Man kann nur von einer Schenkung des Königs ausgehen.
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