Heliotropschale mit der Büste einer Afrikanerin

Köhler, Johann Heinrich (1669-1736) - Juwelier
Abmessungen
H 15,2 cm, Schale: B 13,2 cm, T 10,75 cm; Fuß: B 9,6 cm, T 8,5 cm; Gewicht: 420 g
Inventarnummer
V 25
Ausführlich befasst sich ein Eintrag im Pretioseninventar von 1725 mit der Beschreibung einer grünen Heliotropschale, die August der Starke »von Köhlern« erhielt. Die Fußschale wird von der Büste einer Afrikanerin gestützt. Die Last des Gefäßes deutet ihr Federschmuck an, den die Schale scheinbar nach außen drückt. Die Trägerfigur steht auf einem kleinen, mit Kameen und Steinen besetzten Sockel, der auf einem glockenförmigen Fuß platziert ist. Der kleine Sockel taucht zeitnah in vielen Variationen einerseits für Büsten und andererseits für die Präsentation von Perlfiguren in der Schatzkunstsammlung Augusts des Starken auf. Es kann daher vermutet werden, dass die Büste der Afrikanerin mit Sockel bereits als eigenständiges Kunstwerk existierte, bevor sie für die Heliotropschale weiterverarbeitet wurde.
Der von Köhler verarbeitete Heliotrop wurde ursprünglich aus Indien importiert und in Süddeutschland in Form geschnitten. Auf welchem Weg er nach Dresden gelangte, ist unklar. Sicher ist aber, dass sich die Dresdner Hofjuweliere durchaus selbst als Zwischenhändler betätigten. Im Jahr 1722 vermittelte etwa Dinglinger August dem Starken über 120 »[. . .] orientalisch und Europäische[. . .] Agat, Sardonix, Carniol, Granat, Jaspis, Calcedon, Lapide Nephritico und Chrystall geschnittene Schalen und andere Curiosa mehr«, die den Kurfürst-König insgesamt 8 000 Taler kosten sollten. Im Pretioseninventar als »Jaspis« bezeichnet, könnte der Heliotrop aus einem solchen Konvolut entnommen worden sein. (ST)
Literatur
Der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler. Dinglingers schärfster Konkurrent, Ausst.-Kat. bearb. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Ulrike Weinhold, Susanne Thürigen und Marion Ackermann, Dresden 2019, S. 104, Nr. Kat.-Nr. 6, Abb. ja
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