Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer VI 184
Der Töpfer sitzt leicht nach vorn gebeugt auf einem Schemel und ist mit der Herstellung eines bauchigen Gefäßes beschäftigt. Das kostbar mit Edelsteinen verzierte Podest aus vergoldetem Silber, das rückseitig von einer Balustrade umfangen ist, wurde von Köhler »als eine Werckstadt«, wie im Inventar zu lesen, gestaltet. Die Illusion war einstmals perfekt inszeniert, denn die Drehscheibe ließ sich »als ein Uhrwerck« aufziehen und bewegte sich tatsächlich. Zu Füßen des Handwerkers stehen und liegen, einer Musterschau gleich, bereits fertiggestellte Krüge und Töpfe, ein Durchschlagsieb und eine Backform. Die in blau-weißem Dekor gehaltenen und an braunes Böttgersteinzeug erinnernden Teekannen, die sich auf der Balustrade seitwärts des Töpfers befinden, reflektieren die an der Meissener Porzellan-Manufaktur begonnene Produktion, erweisen aber auch dem Charme ostasiatischer Porzellane ihre Reverenz.
Der Töpfer war einst nahezu komplett bemalt. Nach der Inventarbeschreibung war »deßen Gewand roth [. . .] und die Müze blau«. Christian Scherer (1897) ging noch davon aus, dass Köhler ebenso wie Wilhelm Krüger Elfenbeinschnitzer war. Der daraus gezogene Schluss, sowohl Köhler als auch der seit 1707 als Restaurator von Elfenbein- und Bernsteinwerken der Dresdner Kunstkammer tätige Wilhelm Krüger seien die Schöpfer der meisten Elfenbeinstatuetten gewesen, die in den Werken des Juweliers eine tragende Rolle spielen, lässt sich keineswegs verifizieren. Die stilistische Heterogenität der von Köhler für seine kleinen Kabinettstücke verwendeten Figürchen verdeutlicht, dass (wohl in Dresden) verschiedene Elfenbeinkünstler für ihn gearbeitet beziehungsweise ihn beliefert haben. (JK)
Der Dresdner Hofjuwelier Johann Heinrich Köhler. Dinglingers schärfster Konkurrent, Ausst.-Kat. bearb. von Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Dirk Syndram, Ulrike Weinhold, Susanne Thürigen und Marion Ackermann, Dresden 2019, S. 116f, Nr. Kat.-Nr. 11, Abb. ja
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