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Hl. Georg im Kampf mit dem Drachen, Kleinod des Engl. Hosenbandordens (Greater George)

Dinglinger, Johann Melchior (1664-1731) - Juwelier
Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H 9,5 cm, B 9,5 cm, T 4,1 cm
Inventarnummer
VIII 266
Seit der Renaissance hatten sich im höfischen Umkreis tätige Goldschmiede darauf spezialisiert, Gegenstände zu schaffen, die allein dazu dienten, betrachtet, bestaunt und gesammelt zu werden. Es war ein zahlungskräftiger Abnehmerkreis, für den die prestigeträchtigen Werke angefertigt wurden. Bis ins 18. Jahrhundert hinein erlebte diese Ausdrucksform höfischer Repräsentation an den europäischen Fürstenhöfen eine vielfältige und qualitative Ausbildung.
Das erste datierbare Werk Dinglingers gehört gleichermaßen zum Fürstenschmuck wie zur Schatzkunst. Im Januar 1693 wurde Johann Georg IV. als Ritter in die Gemeinschaft des englischen Hosenbandordens, dem "order of the garter", aufgenommen. Der damit vor allen anderen Reichsfürsten ausgezeichnete enge Verbündete der englischen Korne im Kampf gegen Frankreich ließ sich von Johann Melchior Dinglinger eine Schmuckausführung des großen Ordenszeichen anfertigen. Dieser lieferte ein Schmuckstück, das den dramatischen Drachenkampf gegenwartsnah und theatralisch als fürstliche Turnierübung darstellte. Das bei Dinglinger von Anfang an vorhandene hohe Maß an handwerklichem Können offenbart sich unter anderem in der Art, wie er das aus vielen kleinen Einzelteilen bestehende Kleinod zusammensetzte. Er ließ das Ordenszeichen zu einem funkelnden optischen Ereignis werden, indem er auf dem Pferdegeschirr, den Gewandsäumen des Ritters und dem Körper des Drachens zahllose kleine Diamanten aufsetzte. Der traditionellen Auffassung eines Ordenszeichens widerspricht Dinglinger schon hier, da er den "Greater George" weniger als schmuckhaften Anhänger des Hosenbandordens, sondern eher als kunstvolle Goldemailplastik mit Standfläche anlegte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Orden später in der Schatzkammersammlung Augusts des Starken als "Ein Ritter St. Georg von goldt, in Romanischem Habit (...)", also als ein Kunstwerk und nicht als ein Ordensschmuckstück bewertet wird.
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