Tasse und Unterschale mit Wachtel-Dekor

Ort, Datierung
Abmessungen
Tasse: H. 5,9 cm, B. 9,2 cm, T. 7,6 cm, D. Fuß: 4,2 cm; Unterschale: H. 3,1 cm, B. 13,7 cm, T. 13,6 cm, D. Fuß: 7,5 cm
Inventarnummer
PE 612
Um 1730 bestellte der Pariser Händler Rodolphe Lemaire zahlreiche Kopien chinesischer und japanischer Porzellane in Meissen. Dass sächsisches Porzellan dem ostasiatischen inzwischen zum Verwechseln ähnlich war, brachte ihn auf eine Geschäftsidee: Mit Unterstützung des sächsischen Innenminister Graf von Hoym, der selbst lange in Paris gelebt hatte, erwirkte er einen Exklusivvertrag mit der Meissener Manufaktur. Sie lieferte Hoym und Lemaire in den Jahren 1729 bis 1731 tausende Porzellane nach ostasiatischen Vorbildern – insbesondere im Stil des japanischen Kakiemon, das in Frankreich besonders begehrt war.

Anfänglich waren die sächsischen Kopien ungemarkt oder mit pseudochinesischen Zeichen versehen. Als August der Starke ausdrücklich verlangte, ab sofort alle Porzellane mit den gekreuzten Schwertern zu bezeichnen, damit sie auch als sächsische Produkte erkannt würden, ließen Hoym und Lemaire diese nicht wie üblich unter, sondern auf die Glasur malen. So konnten sie später wieder abgeschliffen werden. Denn die Meissener Kopien sollten – sofern sie Hoym nicht für sich behielt – mit großem Profit in Frankreich als ostasiatische Originale weiterverkauft werden. Tatsächlich ließen sich die besten Kenner zunächst von den Fälschungen täuschen. Als dies bekannt wurde, kam es zu einem Eklat, der der jungen Meissener Manufaktur aber letztlich große Anerkennung einbrachte und zum Durchbruch in Paris, dem tonangebenden Luxuswarenmarkt in Europa, verhalf.

1731 setzte August der Starke dem Betrug ein Ende. Hoym und Lemaire wurden verhaftet und eine Untersuchungskommission eingesetzt. Die in Sachsen verbliebenen Porzellane wurden beschlagnahmt und in die königliche Sammlung aufgenommen, weshalb sich zahlreiche Beispiele mit Emailschwertern und Palaisnummer in Dresden erhalten haben. Sie zeigen, dass die ostasiatischen Originale des Königs nicht nur exakt kopiert, sondern malerische Motive auch auf europäische Gefäßformen übertragen wurden. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Gekreuzte Schwerter in Emailblau auf der Glasur
Tasse:
Formerzeichen: Kreuz im versenkten Kreis, gestempelt, im Standring
Unterschale:
Formerzeichen: "/" geritzt, im Standring
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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