Ort, Datierung
Abmessungen
H. 40,5 cm, D. 20,9 cm, D. Fuß: 9,0 cm
Inventarnummer
PE 666
Der mit dem Pinsel aufgetupfte sogenannte puderblaue Fond in Unterglasurtechnik gibt in der ausgesparten Vierpassreserve der Hauptansichtsseite den Blick auf eine Chinesenszene frei, während auf der Rückseite eine virtous gemalte exotische Blütenstaude mit Insekten und Vögeln erscheint. Die von hohen Bäumen flankierte Darstellung auf der Vorderseite zeigt drei um einen Trommeltisch gruppierte chinesische Händler, die einer rechts aus dem Fenster eines Hauses sich lehnenden Frau ihre Waren feilbieten. Der strenge, lineare Malduktus entspricht zwar weniger dem sonst mit Höroldt in Verbindung gebrachten Stil, jedoch bestätigt die 1952 bei der Restaurierung gefundene Signatur dessen Eigenhändigkeit. Enge inhaltliche und kompositorische Beziehungen bestehen auch zu den von Höroldt 1726 geschaffenen Radierungen, aus denen mehrfach Versatzstücke zitiert sind. Die prachtvolle und reiche Rahmung der Reserve in feiner Goldradiertechnik zeigt neben Kriegstrophäen zwei Chinesen mit dem kursächsischen bzw. polnisch-litauischen Wappen und als Bekrönung ein weiteres Chinesenpaar mit dem Augustus-Rex-Monogramm in den Händen. Die von Höroldt signierte Vase ist eines der Schlüsselstücke für die Charakterisierung seines persönlichen Malstils. Allerdings fehlt dem Dekor jene Virtuosität und Lebendigkeit, die man sonst Höroldt zubilligt und die auf den ihm mit Recht zugeschriebenen Porzellanen ablesbar ist. Selbst gegenüber den Radierungen wirkt die Malerei mit ihren linearen Umrissen steif und schematisch. Daher handelt es sich bei der Vase vermutlich um ein Modell als Vorbild für die Maler der Werkstatt Höroldts. Der Versuch, die Goldmalerei auf das Jahr der Krönung Augusts III. 1734 zu datieren (Lübke 2001) erscheint abwegig, da dies weder archivalisch zu belegen ist, noch irgendeinen Sinn ergibt. Darüber hinaus wäre dies das einzige Beispiel einer späteren Dekorergänzung in einem Abstand von acht Jahren. (Kat.: "Triumph der Blauen Schwerter" 2010, Kat.-Nr.: 59, Ulrich Pietsch)
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