Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H. 82,9 cm, B. 44,5 cm, T. 33,8 cm
Inventarnummer
PE 703
Die Meissener Tierplastiken gehören zu den außergewöhnlichsten Schöpfungen, die jemals in Porzellan hergestellt wurden. Die Gestaltung und Umsetzung der teils lebensgroßen Figuren stellte die Modelleure Johann Joachim Kaendler und Gottlieb Kirchner vor große Herausforderungen, denn je größer ein Objekt ist, umso höher ist auch das Risiko, dass es sich im Brand verzieht oder reißt. So manche kompositorische Extravaganz ist technologischen Schwierigkeiten geschuldet, ohne dass dies deutlich wird: ein Grassockel, der die schlanken Beine eines Vogels stützt, ein elegant geschwungener Hals, der nicht in die Höhe ragt, sondern an den Körper zurückgeführt wird. So verknüpften sich technische Erfordernisse mit künstlerischer Innovation.

Als Vorbilder dienten lebendige Tiere in den fürstlichen Tiergehegen und Volieren, ausgestopfte Exemplare in der fürstlichen Kunstkammer und Grafiken. Neben der heimischen Fauna sollten vor allem Tiere aus fernen Ländern, wie Löwe, Nashorn oder Elefant gefertigt werden. Dabei zeigen sich die künstlerischen Handschriften Kirchners und Kaendlers, die von einem unterschiedlichen Verständnis vom Wesen der Tiere zeugen. Wo Kaendler oftmals deutlich das ungebändigte Wesen seiner Modelle mit äußerster Dramatik und Lebensnähe schildert, drückt sich bei Kirchner eine beinahe vermenschlichende Sicht auf die Geschöpfe aus, wie sie auch in Fabeln zum Ausdruck kam, sodass manche seiner Raubtiere geradezu zahm und nahbar wirken.

Tiere zu jagen und zu sammeln war fester Bestandteil fürstlicher Repräsentation. Etwas Einzigartiges sollte die Ausstellung der Tierplastiken werden, die August der Starke sich für das Japanische Palais vorstellte. Im zweiten Obergeschoss seines Palastes sollten sie die Herrschaft des Königs nicht nur über das neue Material symbolisieren, sondern über die gesamte Tierwelt, die er sich nach seinen Wünschen hatte formen lassen. (Sabine Peinelt-Schmidt, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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