Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer PE 951
Ort, Datierung
Meissen, 1727
Abmessungen
H. mit Deckel (Knauf bestoßen): 67,9 cm, H. ohne Deckel: 53,4 cm, B. 29,6 cm, T. 29,4 cm, D. Fuß: 15,1 cm
Inventarnummer
PE 951
1710 richtete August der Starke in der Meissener Albrechtsburg die erste europäische Porzellanmanufaktur ein. In Sachsen war gelungen, was mehr als zweihundert Jahre lang in ganz Europa vergeblich versucht worden war: die Nacherfindung des ostasiatischen Porzellans. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten der Alchemist Johann Friedrich Böttger und der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Ab 1713 fertigte die Manufaktur in größerem Umfang weißes Porzellan.

Auch wenn es zunächst nicht so aussieht, ist auch die große Vase aus Porzellan gefertigt. Sie gehört zu den hervorragendsten Stücken aus dem neuen Material überhaupt, wenn man bedenkt, wie hoch das Risiko bei so großen Gefäßen war, sich im Brand zu verziehen oder zu reißen. Die Vase ist mit Reliefdekorationen versehen - ein Dekorationsprinzip, das auf den Goldschmied Johann Jacob Irminger zurückgeht, der von 1710 bis 1719 als eine Art künstlerischer Leiter für die Formen und Dekore der Manufaktur zuständig war. Diese Vase aber wurde von Raymond Leplat entworfen, der am sächsischen Hof unter anderem für verschiedene Innendekorationen und zeitweise für die königlichen Sammlungen verantwortlich war. Im Falle dieses Stücks erforderte es wohl die geplante Aufstellung mit vergleichbaren Vasen aus Böttgersteinzeug, dass die Oberfläche vollständig farbig gefasst wurde.

August der Starke wünschte sich diese Vasen ursprünglich als ein Geschenk für Ludwig XIV. von Frankeich, der allerdings starb, bevor sie in Meissen gelangen. Immer wieder nutzte er Meissener Erzeugnisse als diplomatische Geschenke, denn mit dem ersten europäischen Porzellan hatte er ein exklusives Material unter seiner Kontrolle. Stücke aus Meissener Porzellan und Böttgersteinzeug repräsentierten auch die schätzenswerte Fähigkeit der sächsischen Handwerker, in der Lage zu sein, aus vermeintlich wertlosen Erden kostbare Materialien herzustellen und sie kunstvoll zu veredeln. (Sabine Peinelt-Schmidt, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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