Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H. 11,2 cm, B. 7,0 cm, T. 5,3 cm, B. Fuß: 3,3 cm, T. Fuß: 2,8 cm, G. 149 g
Inventarnummer
PE 890
Die Statuette zeigt August den Starken wie er seinem Namen alle Ehre macht: als deutscher Heerführer mit energisch vorangestelltem Bein, gereckter Brust und stolz erhobenem Haupt. Die Darstellung des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs folgt einem um 1700 weit verbreiteten Muster für Herrscherbildnisse. Die Rüstung demonstriert Kriegsbereitschaft und militärische Stärke, die resolut in die Hüfte gestemmte Hand Tatendrang. Auch das Motiv des leicht zurück geneigten Kopfs findet sich häufig in Bildnissen absolutistischer Regenten. Der nach oben gerichtete Blick suggeriert unmittelbare Verbundenheit mit höheren Mächten und bekräftigt das Gottesgnadentum des Fürsten.
Der König hatte die Figur selbst in Auftrag gegeben. Kaum war das Porzellan 1713 produktionsreif, verlangte er nach einem Schachspiel aus roter und weißer Masse. Der rote Figurensatz sollte als deutsches, der weiße als römisches Heer auftreten. Da die Meissener Manufaktur noch keine eigenen Modelleure beschäftigte, kamen die Holzmodelle für die beiden Königsbilder aus Dresden. Die Entwürfe werden dem Bildhauer Johann Joachim Kretzschmar zugeschrieben, der auch am Zwinger mitwirkte. August der Starke erhielt mehrere Exemplare seiner beiden Miniaturporträts. Obwohl Böttger dem König 1715 erneut ein Schachspiel versprach, wurden die übrigen Figuren letztlich nie ausgeführt.
Mit dem strategischen Königsspiel verband sich die Idee eines klugen Regenten, der sein Volk mit taktischer Raffinesse und Weitsicht durch kriegerische Konflikte lenkt. Figurensätze aus weißem Porzellan und rotem Feinsteinzeug hätten ein Novum dargestellt. Dabei wäre nicht nur der optische Kontrast beider Werkstoffe sehr reizvoll gewesen. Sie hätten zugleich auf das Ursprungsland dieser Materialien verwiesen, wo so mancher auch die Anfänge des Schachs vermutete. Die Palaisnummer auf der Unterseite weist die Figur als Teil der historischen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. im Japanischen Palais aus. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
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