Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer PO 4420

Schüssel

Abmessungen
H. 8,5 cm, D. 19,4 cm, D. Fuß: 9,3 cm
Inventarnummer
PO 4420
Der augenscheinlich an opulente Dekors gewöhnte Dresdner Inventarschreiber des 18. Jahrhunderts charakterisierte im Inventar von 1779 diese mit einer kupfergrünen Glasur versehene Schale als „ganz schlichten Spülnapf“. Allerdings erfuhr in China nicht nur einfarbiges Steinzeug, sondern besonders auch monochrom glasiertes Porzellan große Wertschätzung. Bereits unter dem ersten Kaiser der Ming-Dynastie, Hongwu (1368−1398), wurden einfarbige Porzellangefäße einer spezifischen Farbpalette von Rot, Gelb, Weiß und Blau bei bedeutenden Gebets- und Opferriten des Staates verwendet. Diese ausschließlich für den Kaiserhof angefertigte Ware höchster Qualität (guan yao) wurde in speziellen Werkstätten hergestellt und war nicht für den Export bestimmt. Das monochrom glasierte Gefäß kann jedoch weder den kaiserlichen Öfen Chinas zugeschrieben werden noch zählt es zur klassischen Exportware des 18. Jahrhunderts. Sehr wahrscheinlich ist es dem Typus Schale zuzuordnen, der in Volksöfen gebrannt und als Grabbeigabe, in Tempeln oder auf chinesischen Hausaltären Verwendung fand.
Kupferoxid ist neben Eisen einer der wichtigsten farbgebenden Bestandteile chinesischer Glasuren, dessen Verwendung sich im Zusammenhang mit niedrigbrennender Bleiglasur seit der Han-Dynastie (206 v. u. Z. bis 220 u. Z.) nachweisen lässt. Das somit in einer langen Tradition monochromer Keramik stehende, grün glasierte Porzellan wurde zum ersten Mal Mitte des 16. Jahrhunderts in den Öfen Jingdezhens hergestellt. Die Schale zählt zur Gruppe Kangxi-zeitlicher (1654 - 1622) émail-sur-biscuit-Porzellane. Bei diesen wurde die Kupfer-Blei-Glasur auf den hochgebrannten, unglasierten Scherben aufgetragen und nochmals einem zweiten, niedrigeren Brand unterzogen.

Ausstellungstext zu „Die Dinge des Lebens“, Residenzschloss 2014.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
stilisiertes Zeichen "Fu" 福 (Glück) in Doppelkreis
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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