Abmessungen
H. 39,6 cm, B. 16,5 cm, T. 16,3 cm, B. Fuß: 9,4 cm, T. Fuß: 9,4 cm
Inventarnummer
PE 1522
Die Meissener Laterne imitiert ein chinesisches Original (PO 3317) bemalt mit Flusslandschaften in den Farben der famille verte – ein wahres keramtechnisches Bravourstück: Die Wandungen sind so dünn, dass Feuerschein sie tatsächlich zum Leuchten brachte. Aus einem ausführlichen Bericht des französischen Jesuiten und Missionars François Xavier d’Entrecolles über die Porzellanherstellung in Jingdezhen war in Europa bekannt, dass zu Beginn des 18. Jahrhunderts solche Laternen für das Kaiserhaus bestellt worden waren und in China als technologische Glanzleistungen bewundert wurden.

August der Starke sah sich selbst in unmittelbarem Wettstreit mit dem Kaiser von China was die Beherrschung des Materials Porzellan und dessen höchst diffiziler Fertigungstechnik betraf. Seine königliche Manufaktur in Meissen sollte unter Beweis stellen, dass sie gleichermaßen anspruchsvolle Werke vollbringen konnte. 1724 übersandte er eine seiner beiden chinesischen Laternen nach Meißen, um sie dort kopieren zu lassen. Doch wieder und wieder zerrissen die dünnwandigen Hohlkörper auf durchbrochen gearbeiteten Füßen im Brand bei knapp 1400° C. August der Starke schien zu insistieren, denn drei Jahre lang wurde in Meissen experimentiert, um den königlichen Auftrag zu erfüllen. Nach knapp 40 erfolglosen Versuchen konnte die Manufakturleitung schließlich im Juli 1727 eine Meissener Laterne nach Dresden übersenden. Dieses einzige geglückte Exemplar ist allerdings zu dickwandig, um funktionstüchtig zu sein. Hierin musste sich August der Starke letztlich dem Kaiser von China geschlagen geben.

Wie stolz die Meissener Manufaktur dennoch auf ihre Leistung war zeigt sich darin, dass der Maler Johann Ehrenfried Stadler das Stück ausnahmsweise mit seinem Kürzel signierte. Stadler ließ sich von der chinesischen Laterne zu ostasiatisch anmutenden Landschaften inspirieren, ohne allerdings das Vorbild unmittelbar zu kopieren. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
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