Hauptbild des Objekts
Ort, Datierung
Abmessungen
H. mit Deckel: 7,5 cm, H. ohne Deckel: 3,7 cm, B. 11,3 cm, T. 8,7 cm, B. Fuß: 9,2 cm, T. Fuß: 6,6 cm
Inventarnummer
PE 1502
Mit dem Eintritt des Malers Johann Gregorius Höroldt begann in der Meissener Manufaktur eine neue Ära der farbigen Porzellangestaltung. Im Schlepptau des zuvor der Manufaktur untreu gewordenen Arkanisten Samuel Stöltzel und gleichsam als dessen Unterpfand kam Höroldt aus Wien nach Meissen. Im Gepäck hatte er nicht nur gestalterisches Talent sondern auch eine kleine Palette neuer Porzellanfarben, die er in den Jahren nach 1720 noch bedeutend erweitern sollte.

Neben der organisatorischen Leistung der Einrichtung einer Malerwerkstatt unter seiner strengen Kontrolle ist mit seinem Namen vor allem ein bestimmtes dekoratives Sujet verbunden: das der Chinoiserie. Dabei handelt es sich um eine Bilderwelt, die das Leben der Menschen im fernen Asien zum Inhalt hatte.

Doch woher wusste man in Europa des 18. Jahrhunderts darüber Bescheid? Die wenigen Reiseberichte, die es gab, wurden zum Anlass für grafische Serien, die sich schnell verbreiteten. Doch die Schöpfer der Bilder kannten Asien nicht, sondern ließen ihrer Fantasie anhand der Texte freien Lauf. Hinzu kam, dass die seit dem 17. Jahrhundert auch in Europa bekannten Schriften des Konfuzius ein moralisches Gesellschaftsideal vermittelten, das hierzulande mit der Vorstellung des realen China verschmolz.

Die Bilder zeigen darum weniger die Lebenswirklichkeit der Menschen in China, als vielmehr nur vermeintliche Alltagsszenen. Das China-Bild der frühneuzeitlichen Europäer war das Ideal eines Landes in Reichtum, Überfluss und Luxus, in den die Menschen ihre Zeit mit dem Genuss von edlen Speisen und Getränken, dem Spiel und dem galanten wie gelehrten Gespräch verbrachten oder sinnierend die Natur genossen. Dabei waren die vermeintlichen Szenen aus dem täglichen Leben nicht nur auf Porzellan ein beliebtes Thema. Auch auf Möbeln, in der Wandgestaltung, als architekturgebundene Plastik, auf Stoffen und in der Goldschmiedekunst wurde dieser Bilderkosmos ausgebreitet. (Sabine Peinelt-Schmidt, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Gekreuzte Schwerter und ".K.P.M." in Unterglasurblau
Goldmalerzeichen: "61" (Dose und Deckel)
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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