Balustervase

Abmessungen
H. ohne Deckel: 26,2 cm, D. 12,1 cm, D. Fuß: 8,3 cm
Inventarnummer
PE 2212
Bereits das früheste aus China mitgebrachte Porzellan war mit unterglasurblauer Malerei verziert. Und auch Jahrhunderte später dominierte das blauweiße Porzellan aus Ostasien den europäischen Markt. So verwundert es nicht, dass der Porzellankenner August der Starke zuallererst auf die Entwicklung eines ansehnlichen Unterglasurblaus drängte.

Die Umsetzung gestaltete sich jedoch als technisch so anspruchsvoll, dass Johann Joachim Böttger seine Zusicherung dem König gegenüber, ein gefälliges Blau zu entwickeln, nicht einhalten konnte. Dabei stellten sich verschiedene Herausforderungen, wie der Auftrag der Farbe auf den bereits einmal gebrannten, ohne die Glasur jedoch porösen, Scherben, der keine Korrekturen erlaubte. Mit einer durchsichtigen Glasur überzogen, mussten Gefäß und Farbpigmente danach einem zweiten Brand von ca. 1400° Celsius standhalten. Anfänglich geriet der Ton oft eher gräulich oder die Farbe verlief auf dem Scherben. Obwohl August dem Starken bereits 1717 Porzellan mit unterglasurblauer Malerei vorgestellt wurde, dauerte es bis 1733, bevor die Manufaktur ein zuverlässiges, strahlendes Blau zur Dekoration einsetzen konnte.

Der frühen Manufaktur lieferten chinesische und japanische Blauweiß-Porzellan und auch die europäischen Fayencen Vorbilder für Motive und Dekorationsprinzipien. Der Bauch der Vase auf hohem gewölbten Fuß zeigt eine solche chinoise Szene. Als umlaufender Dekor gestaltet, trennt ein schlanker, hoher Baum die Szene von dem identischen Gegenpart. Eine gestaffelt komponierte Landschaft zeigt in lange Gewänder gekleidete Figuren. Eine geometrisch dekorierte Balustrade rahmt den Mittelgrund. Dahinter sind weitere Landschaftselemente mit Felsen und Gebäuden lose angeordnet.

Bei der Vase handelt es sich um ein frühes Beispiel einer unterglasurblauen Vase, da sie bereits 1722 als Teil eines neunteiligen Aufsatzes von August dem Starken in das Japanische Palais gegeben wurde. (Karolin Randhahn, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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