Schokoladentassen mit Unterschale

Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
Tasse: H. 7,5 cm, B. 7,5 cm, T. 6,2 cm, D. Fuß: 3,7 cm, Unterschale: H. 2,1 cm, D. 12,5 cm, D. Fuß: 7,1 cm
Inventarnummer
PE 2768 a, b
1710 richtete August der Starke in der Meissener Albrechtsburg die erste europäische Porzellanmanufaktur ein. In Sachsen war gelungen, was mehr als zweihundert Jahre lang in ganz Europa vergeblich versucht worden war: die Nacherfindung des vielbewunderten ostasiatischen Porzellans. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten der Alchemist Johann Friedrich Böttger und der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Ab 1713 fertigte die Meissener Manufaktur in größerem Umfang weißes Porzellan, das gegenüber dem „roten Porzellan“ – dem sog. Böttgersteinzeug – schnell die Käufergunst gewann.

Aus dem neuen Material bestehen auch diese Tasse mit dem kleinen abgesetzten Standring, leicht ausgestellten Rand und dem zierlichen Henkel mit der tiefen Unterschale. Heute würden wir die Tassenform vielleicht eher dem Genuss von Kaffee zuordnen, doch dies trifft nicht für das 18. Jahrhundert zu. Das Inventar des Japanischen Palais informiert uns darüber, dass es sich bei diesen Tassen um „Chocolaten Becher“ handelt. Aus ihnen wurde demnach heiße Schokolade getrunken – meist gewürzt und viel weniger süß, als wir sie heute kennen. Der größte Unterschied zu heutiger Trinkschokolade bestand aber darin, dass die Kakaomasse noch nicht entölt werden konnte und deshalb beständig mit der Milch oder dem Wasser neu verquirlt werden musste, in der sie aufgelöst wurde. Dafür eigneten sich hohe Becher besser als niedrige Tassen.

Die Reste der Palaisnummer auf der Unterseite weisen das Stück als Teil der historischen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. im Japanischen Palais aus.
(Sabine Peinelt-Schmidt, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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