Löwin

Der Löwin ist Teil eines Löwenpaares (PO 3635), welches in der Technik des „émail sur biscuit“, d. h. auf dem noch unglasierten Scherben bemalt ist. Die Löwen sitzen jeweils auf einem rechteckigen, hohlen Sockel, verziert mit einem Dekor von „geborstenem Eis“ mit verstreuten Prunusblüten. Die Reserven sind mit dem Motiv der „Hundert Altertümer“ (chin. bai gu) gefüllt. Das weibliche Tier ist mit einem Jungen dargestellt, das sich an der Mutter aufrichtet. Der Löwe (PO 3635) blickt nach rechts und hält mit der rechten Vorderpfote einen Brokatball an einem Band. Beide Löwen tragen auf ihrem Körper stilisierte Symbole für Blitze oder Flammen und auf der Stirn das Schriftzeichen „wang“ (König. Besonders sorgfältig sind die blauen Löckchen des Fells und die geblümten Halsbänder mit Schellen gearbeitet. Das Maul ist geöffnet, die Augen quellen deutlich hervor. Löwenpaare aus Stein oder Bronze wurden in China am Eingang von Palästen, Tempeln oder Gräbern zur Abwehr böser Geister aufgestellt. Diese Sitte entwickelte sich im 3. Jahrhundert n. Chr. und ist bis heute populär. Löwen aus Porzellan wurden in der Ära Kangxi (1662 - 1722) sowohl für den einheimischen Markt wie auch für den Export in großer Menge und in zahlreichen Formen hergestellt. Über den privaten Handel gelangten sie nach Europa, wo sie als grotesk-dekorative Elemente der Innenausstattung dienten. Die Löwenpaare, im Westen auch unter der Bezeichnung „Fo-Hunde“ bekannt, erscheinen dagegen im Dresdner Inventar von 1771 als „Kazen, auf länglicht eckigten Postamenten, mit vergoldeten Halsbändern“. (Aus: La maladie de porcelaine, Ostasiatisches Porzellan aus der Sammlung August des Starken, Leipzig 2001, S. 60)
Abmessungen
H. 44,1 cm, L. 22,6 cm, T. 18,7 cm, Sockel: 20 cm x 13 cm
Inventarnummer
PO 3634
Reproduktionsrechte
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