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Schale

Abmessungen
H. 6,5 cm, D. 18,9 cm
Inventarnummer
PO 3670
Diese elegante dünnwandige Schale mit feinem, flach graviertem Liniendekor ist ein typisches Beispiel für die während der nördlichen Song-Dynastie (960 − 1127) hergestellte, hoch qualitative Ding-Ware. Ding war der Name der heutigen chinesischen Stadt Chuyangxian in der Provinz Hebei, in deren Umgebung solche Keramiken produziert wurden. Ding-Gefäße zählen zu den ersten Keramiken, die am chinesischen Kaiserhof verwendet wurden. Sie markieren einen Höhepunkt in der Herstellung porzellanartiger Steinzeuge Nordchinas, bei der über Jahrhunderte hinweg verbesserte Produktions- und Herstellungsverfahren sowie die Verwendung hochwertiger Materialien kulminierten. Der Einsatz von Kohle anstelle von Holz und der Gebrauch von Brennkapseln ermöglichten es, Gefäße bei hohen Temperaturen um etwa 1300 Grad Celsius geschützt zu brennen. Die aus der effizienteren Nutzung der Brennkapseln hervorgegangene Maßnahme, Schalenlippen nicht zu glasieren, führte häufig zur Anbringung von Metallrändern an diesen Stellen. Auch auf der vorgestellten Schale ist der unglasierte Rand erkennbar. Das porzellanartige Steinzeug Nordchinas, das von einigen Autoren aufgrund seiner exzellenten Eigenschaften auch als Porzellan bezeichnet wird, gilt als Vorläufer des ab dem 14. Jahrhundert in Südchina, vor allem in Jingdezhen, für den wachsenden internationalen Markt hergestellten Porzellans.
Die weit ausladende, sechsfach gelappte Schale weist im Inneren ein graviertes Lotosdekor auf. Neben der Verwendung populärer Motive wie dem Lotos sind die weitreichenden Einflüsse dieser Ware einerseits in den Gefäßformen zentralasiatischer Silber- und Metallgefäße zu finden. Anderseits ist das in den lederharten Scherben geschnittene Dekor ein gemeinsames Merkmal vieler Werkstätten, das auf die im 10. Jahrhundert in Zheijiang hergestellten Seladone zurückgeführt werden kann.

Ausstellungstext zu „Die Dinge des Lebens“, Residenzschloss 2014.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
ohne Marke
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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