Guanyin

Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H. 36,5 cm, B. 10,8 cm, T. 10,2, B. Fuß: 9,7 cm, T. 8,2 cm
Inventarnummer
PE 2188
Zu den ersten Modellen der Meissener Porzellanmanufaktur gehört diese Statuette der Guanyin – im Buddhismus der Bodishattva des Mitgefühls und der Barmherzigkeit. Sinngemäß bedeutet ihr Name „die Laute der Welt wahrnehmend“. Im chinesischen Volksglauben wurde sie zu populärsten Heilsbringerin, die sich der menschlichen Klagen annimmt. Aufrecht auf einem Wellensockel stehend, strahlt ihre in sich gekehrte Haltung mit gesenktem Blick und ineinander gelegten Händen Ausgeglichenheit und Güte aus.
Das Vorbild zu dieser Figur (Inv. Nr. PO 8638) hatte August der Starke noch kurz vor Gründung der Manufaktur im November 1709 mit weiteren chinesischen Porzellanen aus seiner geheimen Verwahrung des Grünen Gewölbes entnehmen und an Johann Friedrich Böttger übersenden lassen, damit er sie in seinen neu erfundenen Materialien nachahme. Sie wurde in Gips abgeformt und zunächst aus rotem Feinsteinzeug nach Vorbild importierter Steinzeuge aus Yixing und wenig später auch aus weißem Porzellan nachgebildet. Der direkte Vergleich mit dem Original sollte die vordringliche Frage klären, ob die sächsischen Imitate in ihren Materialqualitäten – wie von Böttger vollmundig versprochen – »dem Ost=Indianischen wo nicht vor, doch wenigstens gleich kommen«. Denn nur in Konkurrenz zu den hochgeschätzten Luxuswaren aus Fernost würden sich die neuen sächsischen Produkte durchsetzen können.
Wegen des Feuchtigkeitsentzugs im Brand fallen die Meissener Kopien kleiner aus als das Original. In seinen Materialeigenschaften erwies sich das sächsische Porzellan als durchaus ebenbürtig, wobei die Brandrisse im Sockel zugleich verdeutlichen, dass auch nach der Entdeckung der Porzellanrezeptur noch große technologische Hürden zu überwinden waren. Nicht ohne Grund wurde der erste Meissener Brennofen spöttisch als „Glückstopf“ bezeichnet.
Die Palaisnummer auf der Innenseite weist die Figur als Teil der historischen Sammlung Augusts des Starken und Augusts III. im Japanischen Palais aus. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
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