Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer PE 2749
Ort, Datierung
Abmessungen
H. 18,3 cm, D. 10,5 cm, D. Fuß: 6,9 cm
Inventarnummer
PE 2749
1710 richtete August der Starke in der Meissener Albrechtsburg die erste europäische Porzellanmanufaktur ein. In Sachsen war gelungen, was mehr als zweihundert Jahre lang in ganz Europa vergeblich versucht worden war: die Nacherfindung des vielbewunderten ostasiatischen Porzellans. Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatten der Alchemist Johann Friedrich Böttger und der Naturforscher Ehrenfried Walther von Tschirnhaus. Ab 1713 fertigte die Meissener Manufaktur in größerem Umfang weißes Porzellan, das gegenüber dem „roten Porzellan“ – dem sog. Böttgersteinzeug – schnell die Käufergunst gewann. Da die Entwicklung geeigneter Farbrezepturen große Schwierigkeiten bereitete, überwogen anfänglich wie beim Böttgersteinzeug plastische Dekore wie Reliefs und Beläge. Als Anregung dienten sowohl die ostasiatischen Vorbilder in der königlichen Sammlung als auch europäische Silberarbeiten.

Aus dem neuen Material besteht auch diese Bechervase mit dem kleinen profilierten Rundfuß und dem profilierten Mündungsrand. Der untere Rand des Korpus ist mit stehenden Lorbeerblättern versehen, auf der Wandung befinden sich zwei einander gegenüberliegende weibliche Maskarons. Das Dekorationsprinzip, wonach Vasen und Geschirre mit unterschiedlichen Formen von plastischen Elementen verziert wurden, geht auf den Goldschmied Johann Jacob Irminger zurück. Er war von 1710 bis 1719 als eine Art künstlerischer Leiter für die Gestaltung des Böttgersteinzeugs und Porzellans zuständig. Dafür hatte er zeichnerische Entwürfe, Modelle und auch Schablonen zu liefern.

Solche Vasen gehörten meist zu Vasensätzen, die aus mehreren Teilen in unterschiedlichen Formen, aber mit gleichartigem Dekor bestanden. Sie wurden in symmetrischer Anordnung auf Kaminsimse oder Wandkonsolen aufgesetzt. (Sabine Peinelt-Schmidt, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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