Chinesin mit Korb

Ort, Datierung
Material und Technik
Abmessungen
H. 23,0 cm, B. 8,2 cm, T. 4,9 cm, B. Fuß: 7,3 cm, T. Fuß: 4,6 cm
Inventarnummer
PE 2180
Anfänglich beschäftigte die Meissener Manufaktur keine eigenen Bildhauer, sondern griff gerade bei figürlichen Modellen auf Vorhandenes zurück, um die plastischen Möglichkeiten des Böttgersteinzeugs und Böttgerporzellans zu erproben. Zu diesem Zweck wurden sowohl chinesische Figuren aus Porzellan oder Speckstein als auch europäische Kleinplastiken, Reliefs oder Medaillen abgeformt und kopiert.
Das Vorbild für die Frau mit Fischkorb ist überliefert und gehört heute zur Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden (Inv. Nr. 23056). Es handelt sich um eine Darstellung der Guanyin – im Buddhismus der Bodhisattva des Mitgefühls und die populärste Heilsbringerin der chinesischen Volksreligion. Neben Porzellanen, Seidenstoffen und Lackarbeiten gelangten im Zuge der Ostasienbegeisterung ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auch chinesische Specksteinschnitzereien nach Europa. Als einem der bedeutendsten Sammler fernöstlicher Kunst seiner Zeit besaß August der Starke eine ganze Kollektion von Specksteinfiguren, zu der auch die Frau mit Fischkorb zählte. Sie ist, genau wie die Meissener Porzellankopien, im 1721 begonnen Inventar des Japanischen Palais in Dresden verzeichnet.
Das Inventar beschreibt die erste Ausstattung des königlichen „Porzellanschlosses“ am Neustädter Elbufer, in dem eines der Kabinette im Obergeschoss den weißen sächsischen Porzellanen, ein anderes den Specksteinschnitzereien gewidmet war. Als große Besonderheit weist eine der Meissener Porzellankopien eine unterglasurblaue Bemalung auf (Inv. Nr. PE 3783). Experimente zu einer geeigneten Farbrezeptur begannen 1717. Es sollte allerdings Jahre dauern, bis das Unterglasurblau zuverlässig gelang. Die blau staffierte Meissener Guanyin-Figur wurde gemeinsam mit den blauweißen chinesischen Porzellanen in einem Kabinett des Erdgeschosses gezeigt, was von einem gewissen Stolz auf die ersten Erfolge mit der neuen Farbe zeugt. (Julia Weber, 2021)
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
Ungemarkt
Creditline
Porzellansammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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