Ort, Datierung
Abmessungen
H. 14,1 cm, B. 13,0 cm, L. 28,7 cm
Inventarnummer
PE 7279
Provenienz: Der Familie des Bankiers und Sammlers Gustav von Klemperer (1852-1926) und seines Sohnes Victor (1876-1943) gelang nach der Reichspogromnacht am 09.11.1938 gerade noch rechtzeitig die Flucht aus Dresden, ihr gesamtes Eigentum musste die Familie zurücklassen. Die Dresdner Gestapo beschlagnahmte den zurückgelassenen Besitz und Fritz Fichtner, Direktor der Porzellansammlung, erwirkte die Übernahme der 836 beschlagnahmten Porzellane. Auch der Direktor der Dresdner Gemäldegalerie, Hans Posse, 1939 von Adolf Hitler zum Sonderbeauftragten für das „Führermuseum Linz“ ernannt, formulierte seine Interessen: „Eine Anzahl an Doubletten guter figürlicher Stücke, die sich bei der Überweisung ergeben würden, wäre für die Zwecke des Führermuseums in Linz zu verwenden.“ Hierfür war, neben weiteren Porzellanen, die Taube vorgesehen.
Seit November 1943 wurden die Porzellane der Sammlung Klemperer zum Schutz vor Kriegseinwirkungen zusammen mit den Museumsbeständen in auswärtige Bergungsdepots ausgelagert. Unzureichende Bedingungen an einzelnen Auslagerungsorten und die Gefahr der heranrückenden Front machten 1945 Umlagerungen nötig. Aus Schloss Rammenau kam am 08.02.1945 ein LKW mit Kisten voller Porzellan, darunter auch vier Kisten mit Porzellan aus der Sammlung Klemperer. Die Weiterreise zu einem westlich der Elbe gelegenen Ort verzögerte sich und der im Dresdner Schlosshof abgestellte LKW nebst Ladung wurde während des Bombenangriffs am 13.02.1945 weitgehend zerstört. Trotz zahlreicher Versuche der Familie war an eine Restitution der erhaltenen Kunstwerke vor 1989 nicht zu denken. 1991 wurden die im Museum noch zu identifizierenden 86 Stücke an die Familie zurückgegeben. Zusammen mit den Rückgaben der Sächsischen Landesbibliothek (heute SLUB) war dies die erste Restitution jüdischen Eigentums von öffentlichen Einrichtungen – sieben Jahre vor der Washingtoner Erklärung. Als großzügige Schenkung der Familie erhielt die Porzellansammlung 63 Objekte, darunter diese Taube.
Signatur, Bezeichnung, Inschriften
unterglasurblaue Schwerter
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