Scheide / Kurschwert Friedrichs des Streitbaren mit Scheide

Ort, Datierung
Abmessungen
Länge 90 cm Gewicht 1298 g
Museum
Inventarnummer
VI 0361.02
Das Kurschwert Friedrichs des Streitbaren gehört zu den reichsten der erhaltenen Schwerter von europäischen Herrschern des Mittelalters. Als erstes Kurschwert der Wettiner bezeugt es den Aufstieg dieses seit 1089 die Markgrafschaft Meißen regierenden Geschlechts in die Reihe der zur Königswahl berechtigten sieben Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Das eiserne Gefäß und die samtbezogene Holzscheide sind vollständig mit vergoldetem und farbig emailliertem Silber beschlagen. Das filigrane Blütenband in Drahtemail an der Scheide zeigt mit Rot-Weiß-Grün die Landesfarben Ungarns. Die Schilde an der Fassung des Bergkristallknaufes tragen den deutschen Königsadler sowie das ungarische und böhmische Wappen. Die heraldischen Symbole beziehen sich auf Sigismund, König von Ungarn und Böhmen. Der schwarze Adler verweist auf dessen deutsche Königswürde, die ihn zur Nachfolge als deutscher Kaiser bestimmte. Das Schwert war ein Geschenk des Königs an Friedrich IV., den Streitbaren, der 1407 als Markgraf von Meißen und 1423 in Nachfolge des letzten Askaniers, Albrecht III., als Kurfürst von Sachsen die Regierung übernahm. Das feierliche Zeremoniell der Belehnung am 1. August 1425 in Ofen (Buda) bildete wohl den Anlass der Verleihung des Schwertes, das später als Kurschwert gewürdigt und entsprechend in den Inventaren der kurfürstlichen Silberkammer und der Rüstkammer verzeichnet wurde.
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