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Schenkung Frank Schenke, Leipzig. - Die Puppen- und Schattenspielerin Irmgard Sturm (1925-1972) wuchs als Tochter eines Studienrats in Querfurt und Naumburg auf. Bereits im Alter von 17 Jahren inszenierte sie ihr erstes Schattenspiel. Nach Reichsarbeitsdienst und Dienstverpflichtung im Weltkrieg inszenierte sie 1948 in Leipzig mit Handpuppen „Das Puppenspiel vom Dr. Faust“ und 1949 mit Schattenfiguren „Das Märchen von der schönen Lilie und der grünen Schlange“ nach Goethe. 1950 wurde sie an der Marionettenklasse von Professor Harro Siegel in Braunschweig angenommen, wo sie sich als Meisterschülerin intensiv mit der Gestaltung aller Arten von Theaterfiguren beschäftigte. Ende der 1950er Jahre ging sie als Werklehrerin an die Waldorfschule am Kräherwald in Stuttgart. Hier gestaltete sie das Schattenspiel „Das Lichtschwert“ nach einem irischen Märchen, das sich vor allem durch seine körperlosen Fabelwesen wie Nebelgeister auszeichnete. Dafür arbeitete sie mit transparenten Materialien wie dünnem Papier, Stoffen und Folien, die sie teils in mehreren Schichten übereinander legte. Die Bühnenbilder hatten mehrere Ebenen, waren in Teilen beweglich und konnten im Hintergrund verschoben werden, um Wanderungen durch Landschaften zu zeigen. Das Licht konnte durch Linsen, mechanische Blenden ähnlich einem Fotoapparat, Farbgläser und bewegliche Projektionen für Feuer, Wasser und Rauch immer wieder neue Wirkungen erzielen. Für die Technik zeichnete Helmuth Stubenrauch (1921-2000) verantwortlich. Die Inszenierungsarbeit zog sich über mehrere Jahre hin. Die Premiere erfolgte erst 1966. Nach Irmgard Sturms frühem Tod wurde das „Lichtschwert“ von der Familie Stubenrauch fortgeführt und zu Beginn der 1990er Jahre an den Leipziger Puppenspieler Frank Schenke weitergegeben, der es mit einer Jugendgruppe überwiegend in Leipzig aufführte.
Creditline
Puppentheatersammlung, Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Reproduktion
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