Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer 67930
Ort, Datierung
Nordamerika, Kanada, Labrador
Material und Technik
Abmessungen
Gesamtmaß: B: 13 cm, T: 7,3 cm, H: 4,6 cm
Inventarnummer
67930
Eine Tranlampe aus roh behauenem Stein. Die Standfläche ist daher recht uneben und macht das Gefäß auf glatten Böden instabil.
Steinerne Speck- oder Tranlampen waren ein zentrales Element der Inuitkultur. Sie wurden als Licht- und Wärmequelle, z.T. auch als Küchenherd im Haus genutzt. Als Brennstoff diente vorzugsweise das durch Meerestierjagd produzierte Robbenöl, aber auch Tran, der durch Eisfischerei gewonnen wurde. Zur Inbetriebnahme benötigte man noch einen Docht, meist aus Moos bestehend. Das Dochtmaterial musste sehr dünn und fein zerrieben sein und wird auf einer Seite der Lampe abgelegt, um Ruß und Rauch zu vermeiden. Die Zufuhr an Brennstoff wurde oft dadurch geregelt, dass ein Klumpen Fett über die Lampe gehängt wurde, der von der Flamme nach und nach abschmolz und so die Lampe versorgte.
Tranlampen haben eine große Formenvielfalt erreicht, etwa als große Hauslampen, kleine Reise- und Sommerlampen, und Modelle als Spielzeug, Grabbeigabe, oder als Amulett, um große Nutzlampen vor Bruch zu schützen. Ältere Lampenschalen haben häufig unförmigere Oberkanten, neuere sind regelmäßiger geformt. Grönländische Lampen haben vermutlich in der Form klimatischen Veränderungen entsprochen, d.h. große Lampen der Thule-Kultur (c. 50 x 25 cm) wurden zum Beleuchten, Kochen und Wärmen während der kalten Klimaphase ab 1250 u. Z. verwendet, Kleine nur als Lichtquelle in wärmeren Phasen. Der Alltagsgebrauch solcher steinernen Lampen war um die Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr üblich, heute werden sie für die Souvenirproduktion wieder hergestellt. (MVL, Frank Usbeck, 17.04.2019)
Kultureller Kontext
Inuit (Erwerbung)
Reproduktion
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