Hocker

Abmessungen
30 x 49 x 20 cm
Inventarnummer
66424
Halbmondförmiger Hocker der Marron, aus einem Stück Holz geschnitzt mit parallel gestellten Beinen an den Längsseiten. Den Ursprung dieses Sitzbanktyps verortet Neumann in Afrika, auch wenn aus einem Stück gearbeitete Schemel auch bei den Arawak und Karaiben im surinamischen Küstengebiet verbreitet waren. Sitzfläche und Seitenbretter des Hockers sind mit einem teils spiralig verflochtenen Bandmuster in Brandmalerei verziert. Akzentuiert werden diese Bänder mit kleinen eingebrannten Kreisen und auf der Sitzfläche durch die Verwendung von Messingnägeln. Schnitzarbeiten der Marron verbreiteten sich erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vorher wurden durch Flucht und Angst vor Zerstörungen wenige dauerhafte Haushaltseinrichtungen geschaffen. Auch waren die Werkzeuge zur Holzbearbeitung selten und teuer: sie wurden von der ganzen Gruppe genutzt, nicht vom Einzelnen; Äxte, Macheten und Messer wurden von den Plantagen gestohlen. Nach den Friedensverträgen erhielten die Marron Werkzeuge als Tributleistungen, sie waren jedoch weiterin rar und unerschwinglich. Nach der Emanzipation verließen viele Marronmänner ihre Dörfer, um an der Küste zu arbeiten und brachten von dort modernes Werkzeug zurück in ihre Heimatorte. Das Schnitzhandwerk ist bei den Marron ausschließlich Männersache, jeder Junge wurde hierin frühzeitig unterrichtet. Geschickte Schnitzer konnten es zu hohem Ansehen bringen. (VMH, Johanna Funke, 06.03.2020)
Kultureller Kontext
Marron
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