Vorschaubild des Elementes mit der Inventarnummer NAm 04781
Abmessungen
H ca. 14 cm, B 17 cm, angenähte Bänder L 44 cm und L 40 cm, Rasseln max. L 5 cm , mind. L 3,5 cm
Inventarnummer
NAm 04781
Eine Fußrassel für Tänzer aus den Kulturen des östlichen Waldlandes. Sie besteht aus sechzehn Hirschhufstücken, die paarweise mit weißen Wollschnüren an einem groben Stück Tuch angebunden sind. Tanzrasseln oder -klappern wurden schon vor dem europäischen Kontakt verwendet. Dafür nähte man Schellen aus Tierhufen (im östlichen Waldland vornehmlich Reh und Hirsch, im Westen und Südwesten wohl auch Antilope und Wildschaf) an Lederbänder und band sich diese um die Fußgelenke oder Oberarme. Nach dem Kontakt wurden Materialien angepasst, so verwendete man häufig Metallkonen (aus zusammen gedrehten Weißblechdeckeln von Kautabakdosen) statt Tierhufe, oder Wollbänder und -fäden statt Leder. In Veranstaltungen der Iroquois Langhaus-Religion kehrte man in den letzten Jahren zum traditionellen Material zurück, und Metallschellen sind verpönt.
Durch die Bewegung der Tänzer klappern die Schellen im Takt mit. Auf ähnliche Weise funktionieren die Frauenkleider bei der Kategorie des "Jingle Dance" heutiger Powwow-Tanzfeste: Die Kleider sind mit unzähligen Metallschellen verziert (und damit sehr schwer). Ziel ist, durch gleichmäßge, rhythmische Bewegungen einen sauberen Klang zu erzeugen.
Der Sammler Ernst von Hesse-Wartegg (1854-1918) war ein österreichischer Adliger, der als Reiseschriftsteller und Diplomat bekannt wurde. Von 1891 bis 1918 diente er als Konsul für die Schweiz in Venezuela. Auf seinen Reisen sammelte er zahlreiche Ethnografica. In der Folge schenkte er dem Weimarer Museum für Ur- und Frühgeschichte (1903?) nicht nur exquisite Sammlungen, sondern er finanzierte sogar die Vitrinen. Er war seit 23. Juni 1881 auch einer der Bevollmächtigten des Museums für Völkerkunde zu Leipzig und schenkte vor allem Ethnografica aus Amerika. In den 1950er Jahren übergab das Weimarer Museum seine Sammlung an Leipzig, da die DDR-Kulturpolitik die Bildung von Themenschwerpunkten an den Museen vorschrieb.
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